Zuordnen von Stellungen über DGM

TS-Eastrail

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Hallo an die Experten,

über die viele Jahre, in denen ich – immer wieder von Pausen unterbrochen – unterwegs war, haben sich in manchen Objekten neben den wichtigen Hauptakteuren auch so einige Fotos und Koordinaten von Stellungen aller Art angesammelt. Dank des DGM kann man diese heute auch bestens auf eigenen Karten georeferenzieren und interpretieren. Vieles lässt sich zuordnen: Waldlager kann man erkennen, ebenso die meisten Abwehrstellungen. Um Bunker herum kann man noch halbwegs nachvollziehen, was dort etwa gestanden haben könnte. Das hier im Beispielbild erinnert mich auch an etwas, ich komme aber gerade nicht darauf. Kann das zufällig jemand zuordnen?

Es gibt aber noch die unzähligen aufgeschobenen Stellungen, und diese müssen ja – wenn auch lokal immer etwas unterschiedlich – einer gewissen Logik folgen und einen bestimmten Zweck erfüllt haben. Kreuzförmig, T-förmig, Y- oder V-förmig, lang durchgehend, lang aufgeschoben und mit Abschluss, als L in groß und klein oder rechteckig, die wahrscheinlich mal als Posten oder für Semljankas dienten... Ausgebaut oder nicht, mit Betonstützen, mit Anschaltpunkten oder einem großen zentralen, senkrecht im Boden eingegrabenen Tonrohr. Ganz wenige sogar mit Direktzugang zu einem Bunker.

Nun die Frage: Hat sich da schon jemand näher damit beschäftigt und/oder kennt etwa eine Arbeit, Publikation etc. zu diesem Thema? Ich würde gerne den Versuch starten, das in einzelnen mir bekannten Objekten zuzuordnen.

Liebe Grüße
 

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Das könnten Splitterschutzdeckungen für Flugzeuge sein. Sehr typische Form. Hinten offen für den Schubstrahl.
 
Das könnten Splitterschutzdeckungen für Flugzeuge sein. Sehr typische Form. Hinten offen für den Schubstrahl.
Oh sorry, ich hatte das vergessen dazu zu schreiben. Wir sind im Süden der Republik. Da war kein Flugplatz, es gab aber einen in einem anderen Wald etwa 18 Km weiter nördlich. 1,5 Km nordwestlich der Stellung gab es nur zwei oder drei Helipads. Das Gelände wurde anfangs als Panzerübungsgelände genutzt. Diese Stellung findet man ca. 500 m südlich eines Schießplatzes. Der heute noch zivil genutzt wird. Später hat man den Platz aber aufgegeben, Garnison und das Tanklager auf der anderen Straßenseite blieben allerdings, es wurde einiges in der Erde verbaut und ganz viel Kommunikation angesiedelt. Einige der wichtigen Bunkeranlagen liegen ziemlich genau 2 Km um diese Stellung drumherum.

Wenn einer mit der Beschreibung darauf kommt, wo das ist, dann ganz sicher du. Dein Buch ist mir leider irgendwann mal bei einem Umzug abhandengekommen. Ich meine diese Anordnung schon einmal woanders gesehen zu haben. Ich komme aber einfach nicht darauf.
 
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Zur besseren Einordnung ist es bei Fragen zu unklaren Darstellungen hilfreich den Maßstab mit anzugeben, dies gilt gerade bei DGM-Abbildungen. Es reicht dafür völlig die Höhe oder Breite einer Bildseite anzugeben.

Eigentlich ist dies generell zweckmäßig, nur im Normalfall erkennt man das aus Vergleichsaufnahmen oder es sagt einem die Erfahrung.

mfg Frank
 
Hallo Frank,

eigentlich müsste ich dich begrüßen, da ich tatsächlich schon ein Jahr länger hier bin. Nur nicht so aktiv.

Mir ging es generell um Arten von Stellungen und Rückschlüsse daraus. Die kann ich aber auch gerne vermessen und bebildern. Für die spezielle hier mache ich das jetzt mal schnell in GE. Exakt genordet, Wallrückseite zu Wallrückseite der Eckstellungen ca. 150 m. Die nördliche Wall der rechteckigen Struktur misst in der Länge etwa 90 m. Die Wälle sind zwischen 1,50 und 2 m hoch, auf das flache Gelände aufgeschüttet. Also nicht wie bei Fahrzeugstellungen üblich aufgeschoben.

Es kommt aber noch was. Da mir Sam Matze, der ist hier glaube auch unterwegs, auf meinen Kommentar unter seiner Sechsteiler VGS Westfront Videoserie bei Youtube leider nicht geantwortet hat, war ich kurzerhand selbst oben, habe bis auf eine Frage alles selbst geklärt und zusätzlich noch einen gut erhaltenen Anschaltpunkt gefunden. Bei der Gelegenheit war ich auch in der Ecke unterwegs und habe das eine oder andere gefunden. Ich bin aber gerade erst zu Hause rein. Bilder mit Erklärung folgen.

Liebe Grüße
 

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Jetzt das ganze mit Bildern, Standort jeweils im DGM.

1. Die östlichste Stellung. Einfache Wälle im Schnitt ca. 1,50 bis 2 m hoch. Ansonsten nichts besonders. Auch der kleine Hügel der sich teilweise davor befindet, nichts besonderes zu erkennen.

2. Im kleinen Zipfel des nördlichen Walles der rechteckigen Struktur befindet sich dieser Betonrest. Tiefer wird es dort wahrscheinlich nicht gehen. Funktion unklar.

3. Wir schauen von Osten nach Westen auf die Freifläche der rechteckigen Struktur.

4. Im Umfeld der südlichsten Stellung eine typische Kabelmuffe neuerer Art. Die alten waren ja meistens noch Bleimuffen.

5 & 6. Westlich der Stellung waren diese Fundamentreste zu finden. Es wurden etwas größere Feldbahngleise verwendet. Teils vergraben, teils ausgehoben. Da man ja gerne alles brutal einfach gelöst hat, tippe ich auf Fundamente für Holzstämme. Der Anordnung nach wohl für eine Überdachung / Tarnung. Allerdings untypisch. Im Rest des Waldes sind es typisch Betonpfosten mit Doppel-T obenauf.

7. Ein gezogenes Koaxialkabel.

8. Im weiteren verlauf scheint es noch original zu liegen. Zwei verlaufen als Paar nach Westen. Eines macht einen sichtbaren Knick zur KFZ-Stellung im Südwesten.

9. Dier einzige normale KFZ-Stellung im Umfeld. Normal aufgeschoben, ca. 15 x 5 m.
 

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10. Mittlere nördliche Stellung. Hier sieht man den Wall ausnahmsweise mal bewuchsfrei.

11, 12 & 13 Gehören hier nicht dazu, liegen einiges entfernt und waren aber heute Teil meiner kleinen Runde. Also will ich euch das nicht vorenthalten.

Liebe Grüße
 

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Da mir Sam Matze, der ist hier glaube auch unterwegs, auf meinen Kommentar unter seiner Sechsteiler VGS Westfront Videoserie bei Youtube
Mal für mein Verständnis:
Das ist diese Videoserie mit "Holzstapelbunker", den parallel liegenden Granit sowie KIP-25 - also real Raum Jüterbog? Raum Jüterbog ist richtig?

Was veranlasst euch zu der Aussage, dass "VGS Westfront" der Bestimmungszweck gewesen sei? Gibt es dafür irgendwelche vorzeigbaren Quellen? Oder wird da was nacherzählt, was ihr irgendwo von irgendwem mal gehört habt?
 
Ich schrieb doch das ich wegen anderer Fragen oben war, gar nichts von einem direkten Zusammenhang. Das liegt nur alles im gleichen großen Gebiet. Wir reden über die 95, nicht die 25. Ich wollte das auch bewusst nicht ganz so offen und ins Hauptthema schreiben, damit keine Turnschuhbefahrer losziehen. Direkt östlich angrenzend sind noch größere Krater mit ausdrücklicher Warnung.
 
Ja, verstehe. Und das (keine Turnschuhbefahrer) teile ich auch. - Mir ging es um die Zweckbestimmung des Komplexes, der Komplexe, wobei der Wackler vielleicht "Westfront" ist. Nach heutigem Kenntnisstand lag der Ausweich-Kommandopunkt der Front bei Bitterfeld, der vorgeschobene Kommandopunkt bei Lossa. Der von Dir und wohl von Sam Matze genannte Komplex (die Komplexe) hat/haben die genannte Zweckbestimmung nicht, jedenfalls nicht aus meiner Sicht.
 
Hier geht es um L. Sam war aber bei weitem nicht überall. Ich hatte bei ihm nur drei Fragen, wovon sich zwei vor Ort geklärt haben. Im zweiten Teil zeigt er eine leere SBK, mutmaßlich eine NEA, mit sehr engem Eingang, in den er hineinrutscht. Die kann ich nicht zuordnen und hätte gerne im Austausch den Standort mit meiner Karte abgeglichen. Dafür kenne ich noch drei NEAs mit tatsächlichem Inhalt, eine zerstörte und eine verwahrte.

Ich hätte das Ganze gerne mal komplett aufgedröselt, weil der Wald voller Stellungen ist. Es gibt auch noch immer offene Fragen. L. war wohl in dem Teil der Nachrichtentruppe so etwas wie der Wilde Westen. Es gibt ja noch immer das Forum der Ehemaligen. Leider verschwand der Forenteil und der Thread mit den eingezeichneten Markierungen irgendwann – oder sie haben ihn auf privat gestellt. Ich will angesichts der politischen Situation auch niemanden dort anschreiben und direkt nach ehemaligen Militärgeheimnissen fragen. Es ist aktuell kompliziert.

Für mich noch unklar ist z. B. „Orbit“. Ich vermute Satellitenkommunikation. Das Nachrichtenobjekt „Nation“ besteht das nur aus Gebäuden, gab es exakt dort noch etwas unter der Erde oder hat man es nur falsch eingezeichnet und meint den Komplex hinter der Garnison, nördlich der alten KIP-95? Unklar sind auch die Bunker rund um das „Offiziersbad“, südlich des Treibstofflagers, und eben tausende große und kleine Stellungen, von denen ich mir erhoffe, auch noch etwas herauslesen zu können.
 
Ich hoffe, dass ich die Liegenschaft für mich nun richtig auflösen kann. Meine eigene Aktenlage ist für diesen Liegenschaftskomplex eher so lala, da sieht es bei anderen deutlich besser aus. Ich war da auch nur einmal, dafür aber offiziell und intensiv. Den Bunker der Raketenbrigade sah ich nicht, wenn diese Videos alle dort gedreht sind, ist es lustig: Zwei als Holzstapel getarnte Bunker sind ja in einem großen Wald bei Jüterbog. Also schon fast identisch.
Auf alle Fälle gab es dort eine verbunkerte Nachrichtenzentrale; diese ist seit vielen Jahren verschlossen. Als ich vor Jahren dort war, sah es nicht danach aus als ob man die mal sehen könnte.
Woher kommt die Vokabel "Orbit"? Ein Tarnname? Ich würde davor warnen wollen, Tarnnamen in Funktionen übersetzen zu wollen, obwohl man manchmal in Versuchung gerät - vgl. Redut. Die Sat-Anlage für Redut (und möglicherweise parallel Ranet) war ein oberirdisches gebäude bei Jessen. Für L. kommt das auch in Frage, das halte ich aber für wenig wahrscheinlich. Sowohl KGB-Nachrichten (44.) als auch GSSD-Nachrichten (118.) hatten mobilen Sat-Funk. Das wäre an der Nachrichtenzentrale angedockt gewesen. Bitte da beachten, dass Tarnnamen FUNKTIONEN zeigen, nicht aber Bauwerke.
Bei dem Granit (der war damals offen) ist mir nicht so recht klar, was das eigentlich funktionell gewesen sein soll - Vorschläge?
Um die Sache etwas zu vereinfachen: Hast Du Feldpostnummern, also Tarnzahlen für den Raum? Damit würde einiges leichter.
 
Offiziell würde ich gerne, traue mich aber nicht eine Anfrage zu stellen. Wenn es nach mir ginge, würde ich liebend gerne Wanderführungen zum Thema dort oben machen. Als nur Hobbyforscher bist du aber nicht überall gerne gesehen und ich möchte keine schlafenden Hunde wecken. Ich war damals auf Einladung des damals noch zuständigen Baudezernenten des Kreises bei einer offiziellen Wanderung zur Baustelle der Hängeseilbrücke mit oben. Im vorsichtigen beiläufigen Gespräch mit der Naturstiftung haben die sich an der bekannten Sage der Raketensilos festgebissen. Ich konnte ja nun nicht erzählen, dass ich da oben schon unter jeden Stein geschaut, alles dokumentiert habe und die von den Soldaten markierte Stelle schon wegen der ständigen Staunässe auf dem Plateau völlig ungeeignet ist. Das derartige Raketen auf DDR Gebiet ohnehin keinen Sinn ergeben, habe ich mir verkniffen. Daher weiß ich nicht, wie die reagieren, wenn ich da jetzt reinplatze und eventuell mit Ergebnissen komme, die nicht gefallen.

Das Problem bei dem Areal ist leider, das man hier direkt nach dem Abzug gründlich abgeräumt hat. Während ich z. B. in Jüterbog oder Eberswalde noch heute gut erhaltene Dokumente mit Stempel und Feldpostnummer finde, findest du dort nahezu nichts mehr. Dazu kommt die unterschiedliche Handhabung der Bundesländer. Während die eine Seite nur kleine Schilder aufgestellt hat, während jede Müllkippe noch heute unter Laub liegt, hat die andere ja ein riesiges Naturschutzprojekt daraus gemacht und immer wieder nachgeräumt. Ich zog erst später her und bin eigentlich mit vielen längeren Unterbrechungen erst seit 2008 am Thema dran. Zu spät. Und auch nicht so intensiv, weil mich alle Anlagen interessieren, ich generell in allem urbexe, auch Altbergbau mache und von Ahlbeck bis in den Süden alles angeschaut habe oder noch hin möchte. Und nachdem mir Möhlau nur um wenige Wochen entgangen ist, Lieberose genauso, wo ich nach rausziehen des Baumstammes zu kaputt für den Abstieg war und es vertagt habe, versuche ich Tempo zu machen.

Orbit war die unkonkrete Erwähnung eines Ehemaligen, auf einer damals auf einem Google Earth Screenshot gezeichneten Karte. Die Quelle ist inzwischen den Weg der toten Webseiten gegangen. Wir dachten wohl alle, das steht jetzt ewig im Netz. Inzwischen speichere ich solche Seiten, weil eben auch das Webarchiv nicht alles erwischt. Es kann der Tarnname sein, muss aber nicht. Das war damals alles ziemlich schwammig und die Standorte ziemlich ungenau aus der Erinnerung heraus. Vieles davon konnte ich bis heute nicht einordnen. Dazu kamen die Bezeichnungen, die frei Übersetzt an sich wenig aussagten. Da war jedes Haus eine Villa, Bunker waren generell eine Klasse, Diesel bezog sich auf NEAs.

Nicht zugänglich ist relativ. Inzwischen kenne ich mehr Standorte als im Internet zu finden sind. Es gibt noch verschlossene Anlagen, die „Vignette“ haben wir aus Interesse mal selbst ausgegraben und wieder so verschlossen, das nichts unbeabsichtigt hineinfällt. Ansonsten ist aber bis auf ganz weniges alles relativ zugänglich. Und das ist der aktuelle Stand, weil ich in den letzten Wochen erst wieder alles frisch festgehalten habe. Auch der mit den zwei Granitröhren und dem monolithischen Anbau. Da ist nur die NEA zu. Das ist ja nach offiziellem Stand der VGS und die neue KIP. Die hat den Altbau nahe Garnison ersetzt. Das war der USB Komplex mit monolithischem Anbau, wo ein USB Teil abgerissen wurde. Im direkten Umfeld steht dort noch die von oben aufgebrochene und zerstörte NEA. Sowie ein Schacht aus Brunnenringen. Bei Interesse könnte man ja mal los.

Feldpostnummern siehe Problematik. Vor Ort war nie etwas zu finden, also bleibt nur das was ehemalige und andere Quellen aussagen. Entsprechend vorsichtig ist damit auch umzugehen. Meine Notizen dazu, was da oben über die Zeit unterwegs gewesen sein soll:

01338
05294
05318
10165
44030
44270
46531-Б
47035
05294
66670
74896

Alles ohne Gewähr.
 
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