Was war in Neuenhagen ???

Vielleicht kommt bei einer Besichtigung vor Ort was raus, nur sollte man sich beeilen bevor alles zu wächst, der Frühling ist langsam da.
 
Dort ist eher kein Bunker, denn in der Karte preussische Landesaufnahme 1908 ist der Hügel auch schon da.
Ja das wird auch so sein. Ich hatte wegen der Form des Hügels auf dem Digitalen Geländemodell nur die Vermutung, aber wahrscheinlich ist es wirklich nur ein normaler Hügel. Ich schaue ihn mir aber jetzt in den kommenden Tagen mal vor Ort an (wohne ja nur wenige Kilometer entfernt) und kann es dann genauer sagen.
 
So, ich weiß nun genau, dass dieses kleine Gehöft auf der anderen Straßenseite die Försterei des für den Militärforst zuständigen Försters namens Ikarius war. Das Gehöft ist inzwischen verkauft, darf aber wohl nicht als fester Wohnsitz genutzt werden. Vielleicht sieht es deshalb noch immer ziemlich verlassen aus.
 
Hallo Frank, dieses kleine Objekt war die Revierförsterei Breitelege vom StFB Eberswalde, oder hat da die Militärforstwirtschaft fürs Tanklager mit drin gesessen?
Also ich weiß jetzt ganz genau, dass es die Försterei für den Militärforst gewesen ist. Die Revieförsterei Breitelege befindet/befand sich im Ort Lunow, Oderberger Straße.
Das Grundstück, was wir hier meinen, ist aber längst verkauft und wirkt momentan eher verlassen oder sehr wenig genutzt.
 
Das Grundstück, was wir hier meinen, ist aber längst verkauft und wirkt momentan eher verlassen oder sehr wenig genutzt.
Das Sperrgebiet umfasst nur den Hügel und hat einen Ø von ~200 Metern. Es scheint möglich daß dieser eine zeitlang als Trainingsobjekt für mobile Richtfunk-Verbindungen genutzt wurde.

Laut Handbuch¹ wurde das NIR² mit der nachrichtentechnischen Sicherstellung der im März 1975 beginnenden "Pneumant-Rallye 75" im Raum Oderberg - Brodowin im Parsteiner Wald eingesetzt. Da diese internationale Sportveranstaltung jedes Jahr stattfinden wird, war von da an jedes Jahr eine solche Ausbildungsübung geplant.

Aufgeführt sind nur die Veranstaltungen 1975 und 76, das würde mit den Hintergrund TK im Anhang gut passen. Militärische Sicherstellung von Sportveranstaltungen ist mir so später nicht bekannt. Der Aufbauplatz, wenn er einmal da war, wird aber schon überlebt haben.

mfg Frank

[1] Handbuch zur Geschichte des militärischen Fernmeldewesens - Teil VI – Hans Georg Kampe - ©2008
[2] https://www.hidden-places.de/index.php?threads/oschatz-kaserne-des-nir-2.4165/#post-54127

1975_NIR.jpg1976_NIR.jpg
 
Lange niemand was geschrieben hier,
hab eine Topo-Karte von 1988 gefunden (N-33-113-A-c mit Stand 1974) da ist auch ein Turm auf dem Hügel eingezeichnet...
dachte da aber eher an FeuerwachturmN-33-113-A-c_1988.jpg
 
Lange niemand was geschrieben hier,
hab eine Topo-Karte von 1988 gefunden (N-33-113-A-c mit Stand 1974) da ist auch ein Turm auf dem Hügel eingezeichnet...
dachte da aber eher an FeuerwachturmAnhang anzeigen 116501
Ich staune, dass diese Karte russische Bezeichnungen enthält, so etwas war mir bislang gar nicht gekannt. Ich habe ja auch einige alte N-....-Karten als damals "Vetrauliche Verschlussache", aber die enthalten alle deutsche Bezeichnungen.
Ich muss gestehen, dass ich nicht weiß, welches Zeichen hier einen Turm markiert. Der Hügel ist zu erkennen und auch das gegenüberliegende Grundstück (die ehemalige Försterei für den Militärforst).
 
Ja, auf dem Hügel ist kein Turm eingezeichnet - sowohl auf der sowj. als auch der deutschen TK.

@Marco
das waren alles Karten des Militärtopographischen Dienstes (MTD) der NVA.
Die wurden in diesen zwei Sprachen im Rahmen des Militärpaktes aufgelegt.
 
Hier noch ein Ausschnitt der Karte vom Tanklager, GELB - Hochstand ?, ROT - hölzerner Wachturm (Hochstand), GRÜN - FeuerwehrturmODERBERG_1988.jpg
 
Zuletzt bearbeitet:
hier mal ein Bild von dem hölzernen Hochstand (roter Kreis) direkt neben dem Gleis,
hatte da leider in strömen geregnet deswegen so schlechtes Bild.
Und ein Bild vom Feuerwehrturm (grüner Kreis)101_0594.jpg101_0489.jpg
laut TK25AS-Legende:
Screenshot 2025-12-27 180250.png
Gruß drops
 
Zuletzt bearbeitet:
Ja, auf dem Hügel ist kein Turm eingezeichnet - sowohl auf der sowj. als auch der deutschen TK.

@Marco
das waren alles Karten des Militärtopographischen Dienstes (MTD) der NVA.
Die wurden in diesen zwei Sprachen im Rahmen des Militärpaktes aufgelegt.
Ja genau, sie sind vom Militärtopografischen Dienst herausgegeben worden. Mir war es eben nur nicht bewusst mit diesen zwei Sprachen, aber gut, nun weiß ich mehr. Eine interessante neue Info. :)
 
hier mal ein Bild von dem hölzernen Hochstand (roter Kreis) direkt neben dem Gleis,
hatte da leider in strömen geregnet deswegen so schlechtes Bild.
Und ein Bild vom Feuerwehrturm (grüner Kreis)Anhang anzeigen 116506Anhang anzeigen 116507
laut TK25AS-Legende:
Anhang anzeigen 116509
Gruß drops
Klassische Feuerwachtürme kennt man mit deutlich mehr Höhe. Dieser hier stammt meines Wissens noch aus alter Zeit, oder? War es tatsächlich ein Feuerwachturm? Man läuft an ihm vorbei, wenn man den Haupweg passiert (der natürlich für die Öffentlichkeit gesperrt ist). Heute vernastaltet dort die Oderberger Feuerwehr wohl immer noch Übungen, so hab ich es zumindest in der Zeitung gelesen.
 
Laut Handbuch¹ wurde das NIR² mit der nachrichtentechnischen Sicherstellung der im März 1975 beginnenden "Pneumant-Rallye 75" [...]

Militärische Sicherstellung von Sportveranstaltungen ist mir so später nicht bekannt.
Da ich das gerade lese: Mich deucht, dass das NIR-2 gar keine NVA-Einheit war. Sondern irgend einem anderen Ministerium unterstellt, ich vermute mal Post- und Fernmeldewesen. Wenn ich richtig liege, dann war diese Sicherstellung einer nachrichtentechnische Sportveranstaltung somit formal gar keine militärische...
 
Mich deucht, dass das NIR-2 gar keine NVA-Einheit war. Sondern irgend einem anderen Ministerium unterstellt, ich vermute mal Post- und Fernmeldewesen.
Das schrieb Hans-Georg in seinem ersten Beitrag zum NIR - Link [²] weiter oben - auch so »
Am 25.März 1968 hatte der Nationale Verteidigungsrat der DDR die Aufstellung von „Basiseinheiten zur technischen Sicherstellung“ im Verkehrswesen und Bauwesen der DDR sowie im Verantwortungsbereich des Ministers für Post- und Fernmeldewesen beschlossen. Das Besondere daran war, daß die Formierung, Ausbildung und Führung dieser Truppenteile nicht dem Verteidigungsminister, sondern den an der Spitze der genannten Wirtschaftsbereiche stehenden zivilen Ministern übertragen wurde. Laut NVR-Beschluß hatte das MfNV lediglich Rahmenbedingungen für die Gliederung der Truppenteile, ihre personelle Sicherstellung, Ausrüstung und Bewaffnung, Ausbildung und Mobilmachung sowie für ihren Gefechtseinsatz zu erarbeiten und den beteiligten Ministerien zu übergeben.

Im Rahmen dieser sogenannten „Operativen Forderungen“ hatte der Minister für Post- und Fernmeldewesen ein Kasernenobjekt für die von ihm zu formierenden Einheiten - anfangs ein Ausbildungs- und ein Instandsetzungs-Bataillon, später ein Regiment mit 8 Kompanien der NIT- zu errichten. Interessanterweise kümmerte sich das Verteidigungsministerium weder um den Standort, die Finanzierung noch um die Projektierung und den Bau der künftigen Kaserne, alles blieb dem Postminister überlassen..

Daraufhin erteilte der Minister dem Leiter des Instituts für Post- und Fernmeldewesen in Berlin und dieser dem ihm zugeordneten Amt für Projektierung in Leipzig den Auftrag zur Projektierung und zum Bau einer Kaserne ...
In der Datenbank der Standorte der NVA gibt es keinen Eintrag zum NIR.
 
Eigentlich schrieb ich meinen Hinweis, weil damit die Sicherstellung ziviler Veranstaltungen in einem anderen Licht erscheint. Aber wenn wir schon mal dabei sind:

* Es dürfte (auch) darum gegangen sein, die offizielle Truppenstärke der NVA nach unten zu drücken.

* Das NIR-2 fiel mir im NVA-Forum auf, da schrieb ein Reserve-Offizier des NIR-2, der ebendort häufiger Gastspiele gab. Bei der Gelegenheit kam eine weitere Truppe zur Diskussion, auch für Fernmelde (damals: Nachrichten) zuständig. Der Name ist mir nicht momentan, das war parallel zu den Kampfgruppen eine nicht ganz kleine Truppe im Rahmen der Territorialverteidigung.

* In der Aufzählung von @Frank K. fehlt mit der Kaserne Seeligstädt, Kaserne bei 50°47'23"N 12°14'32"E ein weiteres Ministerium - männliche Hochschulstudenten hatten typisch im 2. Semester zur ersten Reserveeinberufung für knapp sechs Wochen dort anzutreten. Bei der Gelegenheit wurden die Reserveoffiziersanwärter zu Leutnants (Unterleutnants?) geschlagen. Obwohl das wie NVA aussah und sich auch so anfühlte, war der komplette Laden dem Ministerium für Hoch- und Fachschulwesen unterstellt.
 
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