Usedom: Finanzierung für Swine-Tunnel steht

martin2

Active member
Auf der deutschen Seite von Usedom gibt es Befürchtungen, dass der Verkehr durch den neuen Tunnel deutlich zunehmen wird.
Ach gugg - die Bedenkenträger sind auch schon da. - Ja, das ist der Sinn von solchen Maßnahmen. Das man da hin kommt, wo man hin will. Das nennt sich dann Verkehr.

Hast Du da eine Planzeichnung - wo der Tunnel verlaufen wird und wie er angebunden wird?

Unnötig zu erwähnen: Ich freue mich auch.
 

Martin Kaule

Administrator
Tunnel: Experten warnen vor Bohrung

Ärger um neue Swinequerung / Ingenieure befürchten Kostenexplosion

Quelle und mehr: http://www.ostsee-zeitung.de/Vorpommern/Usedom/Tunnel-Experten-warnen-vor-Bohrung

Ob man entlang der Trasse des Swine-Tunnels schon nach etwaigen militärischen Altlasten gesucht hat? Aber geht das bis in die Tiefe? Hier könnte auch noch ein gewaltiges Problem lauern wenn die Tunnelbohrmaschine auf eine Bombe trifft. Über Swinemünde wurden ja auch beim Angriff auf die Lützow die 5,5t Varianten der Tallboy abgeworfen. Ob die Tunnelbohrmaschine im "Kopf" etwaige Detektoren hat?

Beste Grüße
Martin
 

Sven K.

Moderator
Wegen der Tallboy braucht man sich keine Sorgen machen, diese wurden 3,5 km südlich vom geplanten Tunnelbau abgeworfen, aber wegen der Blindgänger vom März 1945 schon. In dem Bereich des zukünftigen Tunnels wurde der größte Teil der Bomben abgeworfen, vor allem auf der wolliner Seite.

Gruß Sven!
 

fernaufklärer

Active member
@ Martin;
Im "magnetischen Schatten" von großen Eisenmassen (TunnelBohrkopf) ist eine Detektion von weiteren Eisenteilen so gut wie unmöglich, wenn das passive Ortungsverfahren angewendet wird. Hatte ich mal, als ich auf einer Bahntrasse (!) Munition gesucht habe. Eine Unterscheidung von Schiene und fremden Störkörpern, auch per Software, ist etwas für Profis. Abgesehen davon, dass das Anbringen einer Sonde am Bohrkopf mit seinen extremen Reißkräften technologisch unmöglich sein dürfte.

Wir hatten mal ein peinliches Ereignis, als nach der Muni- Freigabe eine Granate aus der Baggerschaufel kullerte. Sie lag dicht neben einer großen (eisernen) Gasleitung und war nicht "sichtbar".

Auch ein aktives Metallsuchverfahren dürfte beim Tunnelbohren in situ technologisch schwierig sein.

Soweit mir bekannt, wird die Verdachtsfläche immer vorher abgesucht. Auch Tiefensondierungen sind kein Problem; dabei wird ein bestimmtes Raster Brunnenrohre (Plaste!) niedergebracht und die Meßsonde darin mit definierter Geschwindigkeit heruntergelassen. Der Datalogger nimmt auf und konstruiert per Software eine 3D- Darstellung der Situation vor Ort. Bei Verdachtspunkten muß dann vorsichtig freigelegt werden, was je nach geo-/hydrologischer Situation aufwändig werden kann.

UNterwasser wird auch sondiert; sollte kein Thema sein.

Generell gilt beim Passiv- Verfahren; je größer die Eisenmasse, desto größer ihr Störfeld (nanoTesla- Bereich) und deren Detektierbarkeit. Soll heißen, ein massives Wuchtgeschoß wird in einigen Metern Tiefe noch gesehen; der Dachpappen- Nagel ist in 30cm uT mitunter schon "weg". Aber von dem geht auch keine Gefahr aus.

Die Suchsonde muß immer auf ihre Gegend kalibriert werden, dann funktioniert es grundsätzlich.

Und wenn der Tallboy damals "gekommen ist", ist ja schon entsorgt.

FA
 

Martin Kaule

Administrator
Wegen der Tallboy braucht man sich keine Sorgen machen, diese wurden 3,5 km südlich vom geplanten Tunnelbau abgeworfen, aber wegen der Blindgänger vom März 1945 schon. In dem Bereich des zukünftigen Tunnels wurde der größte Teil der Bomben abgeworfen, vor allem auf der wolliner Seite.

Hattest Du mal rausgefunden wieviele Bomber beim Angriff mit Tallboys beladen waren? IMO gab es doch auch hier einen (leichten?) Markierungsfehler.

@ Martin;
Im "magnetischen Schatten" von großen Eisenmassen (TunnelBohrkopf) ist eine Detektion von weiteren Eisenteilen so gut wie unmöglich, wenn das passive Ortungsverfahren angewendet wird. Hatte ich mal, als ich auf einer Bahntrasse (!) Munition gesucht habe. Eine Unterscheidung von Schiene und fremden Störkörpern, auch per Software, ist etwas für Profis. Abgesehen davon, dass das Anbringen einer Sonde am Bohrkopf mit seinen extremen Reißkräften technologisch unmöglich sein dürfte.

Wir hatten mal ein peinliches Ereignis, als nach der Muni- Freigabe eine Granate aus der Baggerschaufel kullerte. Sie lag dicht neben einer großen (eisernen) Gasleitung und war nicht "sichtbar".

Auch ein aktives Metallsuchverfahren dürfte beim Tunnelbohren in situ technologisch schwierig sein.

Soweit mir bekannt, wird die Verdachtsfläche immer vorher abgesucht. Auch Tiefensondierungen sind kein Problem; dabei wird ein bestimmtes Raster Brunnenrohre (Plaste!) niedergebracht und die Meßsonde darin mit definierter Geschwindigkeit heruntergelassen. Der Datalogger nimmt auf und konstruiert per Software eine 3D- Darstellung der Situation vor Ort. Bei Verdachtspunkten muß dann vorsichtig freigelegt werden, was je nach geo-/hydrologischer Situation aufwändig werden kann.

UNterwasser wird auch sondiert; sollte kein Thema sein.

Generell gilt beim Passiv- Verfahren; je größer die Eisenmasse, desto größer ihr Störfeld (nanoTesla- Bereich) und deren Detektierbarkeit. Soll heißen, ein massives Wuchtgeschoß wird in einigen Metern Tiefe noch gesehen; der Dachpappen- Nagel ist in 30cm uT mitunter schon "weg". Aber von dem geht auch keine Gefahr aus.

Die Suchsonde muß immer auf ihre Gegend kalibriert werden, dann funktioniert es grundsätzlich.

Und wenn der Tallboy damals "gekommen ist", ist ja schon entsorgt.

FA

Danke für die Skizzierung der möglichen Varianten. Also gehen wir einfach davon aus, dass man den Verlauf des Tunnels entsprechend untersucht hat. Zumindest die Fahrrinne wird ja vermutlich schon mehrfach abgesucht worden sein (so hoft man).

Beste Grüße
Martin
 

Sven K.

Moderator
Hattest Du mal rausgefunden wieviele Bomber beim Angriff mit Tallboys beladen waren? IMO gab es doch auch hier einen (leichten?) Markierungsfehler.
...

Die 617. Staffel hatte 14 Tallboys auf die Lützow abgeworfen und auch gut getroffen. Wo nun letztendlich alle Tallboys eingeschlagen sind weiß ich nicht, aber auf dem Video sieht es sehr gut aus. Man sieht dort auch den Nahtreffer der zum sinken der Lützow führte. Auf Luftbildern finde ich nur Bombenkrater der Tallboys im unmittelbaren Umfeld der Lützow.

Video: https://www.youtube.com/watch?v=Etti1shXQEI

Gruß Sven!
 

martin2

Active member
Die Sache mit dem Tunnel ist offenbar etwas wirr.

Soweit ich recht verstand: Der erste Investor (nach Ausschreibung) ist denen abgesprungen. Nun geht es mit dem Zweitplatzierten weiter, lustigerweise hält man am Fertigstellungsdatum 2022 fest - und da hat noch kein Spaten die Erde gesehen. Geplant ist ein Tunnel Durchmesser 12 Meter, darin 1+1 Spuren. Darunter (!) ein weiterer Tunnel: Evakuierung und Service.

Das Ganze soll etwa in der Höhe der drei Tankstellen (die auf dem Weg zu den Südfähren) losgehen. Nach Flussunterquerung soll das direkt in die umverlegte (was ist das vor Schreck, S3 oder S6?) Schnellstraße auf der Wolliner Seite münden.

Und dort ist tatsächlich Bautätigkeit: Im südlichen Bereich des Flüssiggasterminals wird gebaut als ob es kein Morgen gäbe: Brücken, Kreisel, hastenichgesehen. Hach, so wünsche ich mir Baustellen in Deutschland. Keine Vollsperrung. Sondern eine fröhliche Ampel, danach geht es auf dem Weg zum Fort Gerhard auf Schotter quer durch die Baustelle ...

BTW: Fort Gerhard wird europäisch: 1700 ist Schluss, aber 1650 wird alles abgeschlossen ... dann sieh mal selbst zu, wie Du da wieder raus kommst.
 

martin2

Active member
So schnell wie die Polen bauen kann man gar nicht gucken:

Deepl übersetzt eine Passage:
"Am Mittwoch, den 8. Mai, beginnt der Bau von Fragmenten der S3 von Szczecin nach Swinoujscie. Am 11. April erhielt der Auftragnehmer die notwendigen Entscheidungen für den Abschnitt von Rzęśnica bis Miękowo (Länge 19 km) und am 26. April von Miękowo bis Brzozów (Länge 22,4 km). Es handelt sich um insgesamt über 40 km der Schnellstraße, die 2021 fertig gestellt sein wird. Im Rahmen der Investition werden der in den 1970er Jahren errichtete zweispurige Abschnitt von Rzęśnica - Miękowo und der Abschnitt von Miękowo-Rzęśnica (derzeit gibt es eine Fahrbahn der Nationalstraße Nr. 3) an die aktuellen Parameter angepasst. Im Rahmen dieser beiden Investitionen werden neue Straßenkreuzungen geschaffen und der Knotenpunkt Rzęśnica, an dem es bisher häufig zu Staus gekommen ist, wieder aufgebaut." (Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator )

Da ist die Anbindung des Tunnels an das polnische Straßennetz gemeint - also über neu zu bauende S3 zur S6/A6.

Quelle:
https://www.auto-swiat.pl/wiadomosci/aktualnosci/wiecej-drog-ekspresowych-na-polnocy-polski/ejs3h8g

@Büttner
Dich könnte der komplette Text interessieren, da geht es auch um die S6 nach Danzig. Dort wird ausgeführt, dass es Bauverzögerungen gibt, weil ein Flugplatz anzubinden ist. Stutzig wurde ich erst als dort erklärt wurde, dass es nun einspurig über den Flugplatz gehe ... ich glaube, die reden über einen neuen ABA?
 

martin2

Active member
Das Nordmagazin (3. Fernsehprogramm) informierte gestern darüber, dass die Tunnelbohrmaschine aus China eingetroffen sei. Im März soll sie losbohren.

Unverändert soll der Tunnel im Jahr 2022 fertig sein.
 

Büttner

Active member
Dich könnte der komplette Text interessieren, da geht es auch um die S6 nach Danzig. Dort wird ausgeführt, dass es Bauverzögerungen gibt, weil ein Flugplatz anzubinden ist. Stutzig wurde ich erst als dort erklärt wurde, dass es nun einspurig über den Flugplatz gehe ... ich glaube, die reden über einen neuen ABA?
Habe mir den Text übersetzt und komme zum Schluss das der Flughafen Goleniow gemeint ist und deren Zufahrt. Was da mit Problemen gemeint ist kann ich nur vermuten anhand dessen was auf Google Earth zu sehen ist. Bitte mal die Jahre 2017 und 2018 beachten. Mir scheint in Polen wird gerne auch doppelt gebaut denn nordwestlich vom Flughafen hatte sich die Trassenführung der Umgehung verändert und es wurde eine großzügige Abfahrt hinzugefügt.


Zur aktuellen Meldung:
In zwei Jahren einen Tunnel bohren und eine Straße durchlegen - sehr ambitioniert. Aber da wird sicherlich 6 Tage die Woche in drei Schichten durchgearbeitet werden!

Mal ein Vergleich aus Berlin, seit Frühjahr 2020 ist eine etwa 2,6 km lange Straßenbahnstrecke im Neubau begriffen. Montag bis Freitag von etwa 7 bis 16 Uhr, also in einer Schicht. Im Vergleich dazu scheinen in Polen Lärmschutzgesetze nicht zu gelten und es gibt offenbar auch kein Problem das Personal auf der Baustelle mehr als 40 Stunden die Woche arbeiten zu lassen. Und sei es durch doppelten oder dreifachen Personaleinsatz. Bezahlt werden müssen die Löhne ja auch irgendwie.
 

martin2

Active member
In zwei Jahren einen Tunnel bohren und eine Straße durchlegen - sehr ambitioniert.

Der Tunnel ist fertig.
Es scheitert an der Eröffnung, diese soll (wegen Wahlen?) im Frühjahr sein. Aber von vorn - es wird etwas länger:

Auf der Westseite (Straße der drei Tankstellen) ist die Zufahrt zum Tunnel fertig. Da muss noch die Baustelleneinrichtung weggeräumt werden und dann kann es losgehen. Die Westseite des Tunnels habe ich mir nicht angesehen. Aber ab Kreisel bis Wollin ist die Fernverkehrsstraße 3 einer Baustellenstraße gewichen: Es wirkt als ob sie die Insel Wollin umgraben, das wird komplett vierspurig. Auch das neue zweispurige Stück bei Wollin wird wieder abgerissen, wird auch vierspurig S3.

Und dann war ich im Dunklen auf der Insel Kasibor, das machte ich schon einmal vor einigen Jahren. War die Brücke eigentlich schon immer beleuchtet? Kasibor selbst kam mir damals dunkel und verwunschen vor. Also falls meine Erinnerung richtig ist - das ist vorbei. Die Hauptstraße ist bis ganz hinten neu gebaut, links und rechts Fußwege, dazu ein Fahrradweg, Bushaltestellen und Bänke. Und alles mit LED-Straßenlaternen schön beleuchtet.

In Swinemünde wird noch immer gebaut als ob es kein Morgen gäbe. (Gibt es den Shoppingkomplex mit Tanke hinter der Grenze schon länger? Der kommt mir auch neu vor.) Teile der Bautrupps sind weitergezogen und ziehen nun Feriensiedlungen in Misdroy und Umgebung hoch. Und bei der Gelegenheit fiel mir noch etwas auf: Hmm, wie soll ich das sagen? Also Polen war ja immer auch etwas grau und etwas baufällig, abwechselnd auch quitschbunt und schrill. Also das ist auf Wollin vorbei, das habe ich kaum noch gesehen. Da sieht fast alles schniecke aus.

P.S: Die örtliche Zeitung erzählte mir noch, dass Swinemünde eine der reichsten Städte Polens sei, gleichzeitig -man kennt es- hoch verschuldet: Der Tunnel wurde etwas teuerer.
 
Oben