Rügen: Entmagnetisierungsstation östlich Vilm / Ostervilm

Zum Magnetischen Eigenschutz von insbesondere Militärschiffen

Magnetischer Eigenschutz (MES) ist eine aktive Maßnahme zur Verringerung der magnetischen Spur eines Schiffes. Diese werden benötigt, damit elektromagnetische Zündmechanismen von Seeminen oder Torpedos möglichst nicht auslösen.

Davon ist das bloße Entmagnetisieren zu unterscheiden, mit dem die dauermagnetische Ausrichtung eines metallenen Schiffsrumpfes für einige Zeit in einem starken Magnetfeld aufgehoben werden kann und was weiter oben beschrieben wurde.

Diese beiden Methoden unterscheiden sich stark in ihrer Wirkung und Anwendungstechnologie. Beiden ist gemeinsam, das dass resultierende Magnetfeld des betreffenden Schiffes vor der Behandlung möglichst genau ausgemessen wird. Dies passierte wohl hier an der diskutierten Anlage in Lauterbach und auch in der Sauziner Bucht im Bereich der Wolgaster Peene-Werft. Mit diesen Werten wurde dann die Anlage auf Ostervilm eingestellt und wurde von normalen Schiffen aus magnetischen Materialien (also Stahl) befahren. Auch mehrfach und in mehreren Richtungen, je nach Größe des Schiffes und vorhandener Magnetisierung.

Im Zuge der Weiterentwicklung der Waffentechnik zu immer empfindlicheren Zündern als auch der Schiffstechnik mit zunehmender Verwendung nichtmagnetischer (amagnetischer) Materialien für U-Boote als auch Spezialschiffe, wie Minen-Leg & Räumschiffe (MLR), ließ sich bloßes einfaches Entmagnetisieren nicht mehr allein anwenden. Dies führte zur Entwicklung des MES. MES sind aktive Systeme, die auf den Schiffen & Booten selbst installiert sind.

Erste Magnetische Eigenschutzanlagen wurden zu Beginn des WKII mit Aufkommen elektromagnetisch gezündeter Minen entwickelt. Dabei handelte es sich anfangs um Kabel die auf ganzer Länge um den Rumpf der Schiffe geführt wurden und beim Anlegen von Gleichstrom ein elektromagnetisches Feld erzeugten, das der Magnetfeldstörung der Stahlmasse des Schiffes entgegenwirkte.

Während des WKII wurde diese Methode des Minenschutzes für alle größeren Kriegsschiffe Standard. Eine einfache Magnetfeldspule war aber bei zunehmend verfeinerten Magnetzündern nicht mehr in der Lage, das ungleichmäßige Magnetfeld eines Schiffes und auch die unterschiedliche Wirkung des Erdmagnetfeldes in verschiedenen Regionen der Welt ausreichend zu kompensieren.

Moderne MES-Anlagen bestehen aus mehreren elektromagnetischen Spulen, welche die magnetische Spur in mehreren Richtungen unterdrücken. Dazu wird zunächst die Signatur des Schiffes unter verschiedenen Bedingungen genau vermessen, so dass die der Signatur entgegenwirkenden Magnetfelder angepasst erzeugt werden können. Dabei müssen nicht nur die ungleichmäßige Verteilung magnetischer Störeinflüsse im Rumpf und das unterschiedliche Magnetfeld in verschiedenen Regionen der Erde berücksichtigt werden, sondern auch die von Schiffsbewegungen (Geschwindigkeit, Rollbewegungen) oder nicht ständig im Einsatz befindlichen Aggregaten verursachten magnetischen Effekte.

Dementsprechend erzeugt eine MES-Anlage heute kein statisches Magnetfeld mehr, sondern ein je nach Ort und Bewegung sowie verschiedenen inneren Prozessen des Schiffes angepasstes Magnetfeld.

Bei hoch geschützten Fahrzeugen die konstruktiv schon eine geringe magnetische Spur besitzen, kann diese mit Hilfe von MES-Anlagen fast vollständig aufgehoben werden.
Dieses System würde ich der Anlage in Peenemünde zuordnen, u.U. auch in Kombination. @JT vielleicht befragen wir dazu deinen Zeitzeugen noch mal konkreter. Denn die möglichst exakte Bestimmung der magnetischen Spur von Schiffen aus teilweise amagnetischen Material erforderte auch sensiblere Sensoren, also die die Daten aufnehmenden Spulen und zusätzliche Magnetsensoren an sich. Für eine reine Neujustierung der MES-Anlage ist es notwendig, dass mehrfach über die Messsensoren bei aktivierter MES-Anlage gefahren wird. Wenn möglich, in wechselnden Richtungen. Die Parameter der MES-Anlage werden dabei so verändert, dass die Messsensoren möglichst keine (oder wenig) Störungen des Erdmagnetfeldes durch das Schiff an sich registrieren. Wenn es die Sensoren nicht können, können es die Zünder der Minen etc. auch nicht, hofft man.

Für die Mehrzahl der Schiffe der Deutschen Marine geschieht dies in den beiden „magnetischen Mess- und Behandlungsstellen“ in Wilhelmshaven und Kiel. Die Deutsche Marine unterhält weiterhin einen Erdmagnetfeldsimulator, in dem das gesamte Schiff in verschiedenen Funktionszuständen und für verschiedene Breitengrade vermessen und die MES-Anlage entsprechend eingestellt wird, dieser befindet sich in einem Nebenarm des Nord-Ostsee-Kanals nahe Rendsburg.

Quellen & weiterführende Informationen »
wikipedia » Magnetzünder
wikipedia » Magnetischer Eigenschutz
Erdmagnetfeldsimulator


Grüße Frank
 
Es gibt auf eineren Website hierzu folgende Informationen;

Zitat: "Eine MES (Minen Eigenschutz Anlage) Messstelle (oder auch Degausser genannt) ist ein Erdfeldsimulator, in dem die magnetische Vermessung von Schiffen und Booten erfolgt.
Zweck der Vermessung ist die Verminderung der Bedrohung durch Minen, deren Zündmechanismus auf von Schiffen und Booten ausgehende Felder eingestellt ist.
Ist die magnetische Signatur des Schiffes ermittelt, kann durch Kompensation die magnetische Signatur verringert werden. Dies geschieht durch eine eingebaute MES-Anlage. Diese besteht aus einem Kabelnetz, mit dessen Hilfe ein magnetisches Feld aufgebaut wird und so die magnetische Signatur des Schiffes möglichst gering gehalten wird.
Eine völlige Neutralisation ist allerdings nicht möglich.
MES-Anlagen verringern das Risiko Magnetminen auszulösen, einen absoluten Schutz bieten sie allerdings nicht.


Quelle: http://www.nva-forum.de/nva-board/index.php?showtopic=4220

BG
Andreas
 
Bei meinem Rundflug entlang der Ostseeküste und auch über dieses Objekt sah die Station im Herbst letzten Jahres mehr als unbewohnt aus.

BG
Martin
 

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Bei meinem Rundflug entlang der Ostseeküste und auch über dieses Objekt sah die Station im Herbst letzten Jahres mehr als unbewohnt aus.

BG
Martin

Also können die Schiffsführer das Objekt weiterhin als Gefängnis verkaufen :)...

Aber nur auf der Hinfahrt. Auf der Rückfahrt kommt dann die Auflösung.
 
Na? Hätte jemand 39.000 EUR übrig?

Die ursprüngliche Entmagnetisierungsstation der NVA-Ma-rine Lauterbach 1979 wurde ca. 1954 künstlich auf ca. 600 Holzpfäh-len in einer Wassertiefe von ca. 10 m errichtet. Zu DDR-Zeiten waren hier Marineschiffe über eine Kabelschleife im Meer gegen die Kollisi-on mit tückischen Magnetminen gewappnet worden. Auf der Platt-form gab es ein Wohnhaus und ein Maschinenhaus – spartanisch aber funktional.
Extravagante Insel ist auf einer Betonrahmenplattform mit Eisen-plattenverschalung und Holzbohlenbeplankung erbaut. Der Zustand ist durch Natur, Vogelkot und Vandalismus marode. Setzungsrisse. Stahlteile verrostet. Zerstörte Fenster. Algen wachsen an den Mau-ern empor.
Für die Nutzung der Land- und Wasserfläche von ca. 710 m² besteht ein Nutzungsvertrag mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt Stralsu-nd. Das Nutzungsentgelt beträgt p.a. ca. € 75,-. Auf der Insel befindet sich eine frei aufgestellte Skulptur von Gerhard Benz (www.gerhard-benz.de eine Keramikglocke (ca. 1,3 t), erschaffen
1995 zum „River Art“ Festival Belgrad, die zusätzlich käuflich erwor-ben werden kann. Ein Energieausweis ist gemäẞ GEG nicht erforderlich. Aufgrund des maroden Zustandes sind Besichtigung nicht möglich.
Quelle und mehr: https://www.ndga.de/immobilie-ersteigern/immobilie-suchen-und-finden/objekt/N26-02-023.html
 
Hallo,

nachdem die Station ja nun Käufer (60.000 Euro) gefunden hat, kann man dort finanziell einsteigen. Wer 999 Euro übrig hat, kann einen von 1 000 Genossenschaftsanteilen von „Eden Island“ erwerben. Dafür soll es echte Mitspracherechte bei der Entwicklung des Projekts, Vorzugsrechte bei der späteren Nutzung der Insel geben und perspektivisch auch ein Beteiligung wirtschaftlich am Erfolg.

Gruß Bitti
 
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