Frank K.
Well-known member
Zum Magnetischen Eigenschutz von insbesondere Militärschiffen
Magnetischer Eigenschutz (MES) ist eine aktive Maßnahme zur Verringerung der magnetischen Spur eines Schiffes. Diese werden benötigt, damit elektromagnetische Zündmechanismen von Seeminen oder Torpedos möglichst nicht auslösen.
Davon ist das bloße Entmagnetisieren zu unterscheiden, mit dem die dauermagnetische Ausrichtung eines metallenen Schiffsrumpfes für einige Zeit in einem starken Magnetfeld aufgehoben werden kann und was weiter oben beschrieben wurde.
Diese beiden Methoden unterscheiden sich stark in ihrer Wirkung und Anwendungstechnologie. Beiden ist gemeinsam, das dass resultierende Magnetfeld des betreffenden Schiffes vor der Behandlung möglichst genau ausgemessen wird. Dies passierte wohl hier an der diskutierten Anlage in Lauterbach und auch in der Sauziner Bucht im Bereich der Wolgaster Peene-Werft. Mit diesen Werten wurde dann die Anlage auf Ostervilm eingestellt und wurde von normalen Schiffen aus magnetischen Materialien (also Stahl) befahren. Auch mehrfach und in mehreren Richtungen, je nach Größe des Schiffes und vorhandener Magnetisierung.
Im Zuge der Weiterentwicklung der Waffentechnik zu immer empfindlicheren Zündern als auch der Schiffstechnik mit zunehmender Verwendung nichtmagnetischer (amagnetischer) Materialien für U-Boote als auch Spezialschiffe, wie Minen-Leg & Räumschiffe (MLR), ließ sich bloßes einfaches Entmagnetisieren nicht mehr allein anwenden. Dies führte zur Entwicklung des MES. MES sind aktive Systeme, die auf den Schiffen & Booten selbst installiert sind.
Erste Magnetische Eigenschutzanlagen wurden zu Beginn des WKII mit Aufkommen elektromagnetisch gezündeter Minen entwickelt. Dabei handelte es sich anfangs um Kabel die auf ganzer Länge um den Rumpf der Schiffe geführt wurden und beim Anlegen von Gleichstrom ein elektromagnetisches Feld erzeugten, das der Magnetfeldstörung der Stahlmasse des Schiffes entgegenwirkte.
Während des WKII wurde diese Methode des Minenschutzes für alle größeren Kriegsschiffe Standard. Eine einfache Magnetfeldspule war aber bei zunehmend verfeinerten Magnetzündern nicht mehr in der Lage, das ungleichmäßige Magnetfeld eines Schiffes und auch die unterschiedliche Wirkung des Erdmagnetfeldes in verschiedenen Regionen der Welt ausreichend zu kompensieren.
Moderne MES-Anlagen bestehen aus mehreren elektromagnetischen Spulen, welche die magnetische Spur in mehreren Richtungen unterdrücken. Dazu wird zunächst die Signatur des Schiffes unter verschiedenen Bedingungen genau vermessen, so dass die der Signatur entgegenwirkenden Magnetfelder angepasst erzeugt werden können. Dabei müssen nicht nur die ungleichmäßige Verteilung magnetischer Störeinflüsse im Rumpf und das unterschiedliche Magnetfeld in verschiedenen Regionen der Erde berücksichtigt werden, sondern auch die von Schiffsbewegungen (Geschwindigkeit, Rollbewegungen) oder nicht ständig im Einsatz befindlichen Aggregaten verursachten magnetischen Effekte.
Dementsprechend erzeugt eine MES-Anlage heute kein statisches Magnetfeld mehr, sondern ein je nach Ort und Bewegung sowie verschiedenen inneren Prozessen des Schiffes angepasstes Magnetfeld.
Bei hoch geschützten Fahrzeugen die konstruktiv schon eine geringe magnetische Spur besitzen, kann diese mit Hilfe von MES-Anlagen fast vollständig aufgehoben werden.
Dieses System würde ich der Anlage in Peenemünde zuordnen, u.U. auch in Kombination. @JT vielleicht befragen wir dazu deinen Zeitzeugen noch mal konkreter. Denn die möglichst exakte Bestimmung der magnetischen Spur von Schiffen aus teilweise amagnetischen Material erforderte auch sensiblere Sensoren, also die die Daten aufnehmenden Spulen und zusätzliche Magnetsensoren an sich. Für eine reine Neujustierung der MES-Anlage ist es notwendig, dass mehrfach über die Messsensoren bei aktivierter MES-Anlage gefahren wird. Wenn möglich, in wechselnden Richtungen. Die Parameter der MES-Anlage werden dabei so verändert, dass die Messsensoren möglichst keine (oder wenig) Störungen des Erdmagnetfeldes durch das Schiff an sich registrieren. Wenn es die Sensoren nicht können, können es die Zünder der Minen etc. auch nicht, hofft man.
Für die Mehrzahl der Schiffe der Deutschen Marine geschieht dies in den beiden „magnetischen Mess- und Behandlungsstellen“ in Wilhelmshaven und Kiel. Die Deutsche Marine unterhält weiterhin einen Erdmagnetfeldsimulator, in dem das gesamte Schiff in verschiedenen Funktionszuständen und für verschiedene Breitengrade vermessen und die MES-Anlage entsprechend eingestellt wird, dieser befindet sich in einem Nebenarm des Nord-Ostsee-Kanals nahe Rendsburg.
Quellen & weiterführende Informationen »
wikipedia » Magnetzünder
wikipedia » Magnetischer Eigenschutz
Erdmagnetfeldsimulator
Grüße Frank
Magnetischer Eigenschutz (MES) ist eine aktive Maßnahme zur Verringerung der magnetischen Spur eines Schiffes. Diese werden benötigt, damit elektromagnetische Zündmechanismen von Seeminen oder Torpedos möglichst nicht auslösen.
Davon ist das bloße Entmagnetisieren zu unterscheiden, mit dem die dauermagnetische Ausrichtung eines metallenen Schiffsrumpfes für einige Zeit in einem starken Magnetfeld aufgehoben werden kann und was weiter oben beschrieben wurde.
Diese beiden Methoden unterscheiden sich stark in ihrer Wirkung und Anwendungstechnologie. Beiden ist gemeinsam, das dass resultierende Magnetfeld des betreffenden Schiffes vor der Behandlung möglichst genau ausgemessen wird. Dies passierte wohl hier an der diskutierten Anlage in Lauterbach und auch in der Sauziner Bucht im Bereich der Wolgaster Peene-Werft. Mit diesen Werten wurde dann die Anlage auf Ostervilm eingestellt und wurde von normalen Schiffen aus magnetischen Materialien (also Stahl) befahren. Auch mehrfach und in mehreren Richtungen, je nach Größe des Schiffes und vorhandener Magnetisierung.
Im Zuge der Weiterentwicklung der Waffentechnik zu immer empfindlicheren Zündern als auch der Schiffstechnik mit zunehmender Verwendung nichtmagnetischer (amagnetischer) Materialien für U-Boote als auch Spezialschiffe, wie Minen-Leg & Räumschiffe (MLR), ließ sich bloßes einfaches Entmagnetisieren nicht mehr allein anwenden. Dies führte zur Entwicklung des MES. MES sind aktive Systeme, die auf den Schiffen & Booten selbst installiert sind.
Erste Magnetische Eigenschutzanlagen wurden zu Beginn des WKII mit Aufkommen elektromagnetisch gezündeter Minen entwickelt. Dabei handelte es sich anfangs um Kabel die auf ganzer Länge um den Rumpf der Schiffe geführt wurden und beim Anlegen von Gleichstrom ein elektromagnetisches Feld erzeugten, das der Magnetfeldstörung der Stahlmasse des Schiffes entgegenwirkte.
Während des WKII wurde diese Methode des Minenschutzes für alle größeren Kriegsschiffe Standard. Eine einfache Magnetfeldspule war aber bei zunehmend verfeinerten Magnetzündern nicht mehr in der Lage, das ungleichmäßige Magnetfeld eines Schiffes und auch die unterschiedliche Wirkung des Erdmagnetfeldes in verschiedenen Regionen der Welt ausreichend zu kompensieren.
Moderne MES-Anlagen bestehen aus mehreren elektromagnetischen Spulen, welche die magnetische Spur in mehreren Richtungen unterdrücken. Dazu wird zunächst die Signatur des Schiffes unter verschiedenen Bedingungen genau vermessen, so dass die der Signatur entgegenwirkenden Magnetfelder angepasst erzeugt werden können. Dabei müssen nicht nur die ungleichmäßige Verteilung magnetischer Störeinflüsse im Rumpf und das unterschiedliche Magnetfeld in verschiedenen Regionen der Erde berücksichtigt werden, sondern auch die von Schiffsbewegungen (Geschwindigkeit, Rollbewegungen) oder nicht ständig im Einsatz befindlichen Aggregaten verursachten magnetischen Effekte.
Dementsprechend erzeugt eine MES-Anlage heute kein statisches Magnetfeld mehr, sondern ein je nach Ort und Bewegung sowie verschiedenen inneren Prozessen des Schiffes angepasstes Magnetfeld.
Bei hoch geschützten Fahrzeugen die konstruktiv schon eine geringe magnetische Spur besitzen, kann diese mit Hilfe von MES-Anlagen fast vollständig aufgehoben werden.
Dieses System würde ich der Anlage in Peenemünde zuordnen, u.U. auch in Kombination. @JT vielleicht befragen wir dazu deinen Zeitzeugen noch mal konkreter. Denn die möglichst exakte Bestimmung der magnetischen Spur von Schiffen aus teilweise amagnetischen Material erforderte auch sensiblere Sensoren, also die die Daten aufnehmenden Spulen und zusätzliche Magnetsensoren an sich. Für eine reine Neujustierung der MES-Anlage ist es notwendig, dass mehrfach über die Messsensoren bei aktivierter MES-Anlage gefahren wird. Wenn möglich, in wechselnden Richtungen. Die Parameter der MES-Anlage werden dabei so verändert, dass die Messsensoren möglichst keine (oder wenig) Störungen des Erdmagnetfeldes durch das Schiff an sich registrieren. Wenn es die Sensoren nicht können, können es die Zünder der Minen etc. auch nicht, hofft man.
Für die Mehrzahl der Schiffe der Deutschen Marine geschieht dies in den beiden „magnetischen Mess- und Behandlungsstellen“ in Wilhelmshaven und Kiel. Die Deutsche Marine unterhält weiterhin einen Erdmagnetfeldsimulator, in dem das gesamte Schiff in verschiedenen Funktionszuständen und für verschiedene Breitengrade vermessen und die MES-Anlage entsprechend eingestellt wird, dieser befindet sich in einem Nebenarm des Nord-Ostsee-Kanals nahe Rendsburg.
Quellen & weiterführende Informationen »
wikipedia » Magnetzünder
wikipedia » Magnetischer Eigenschutz
Erdmagnetfeldsimulator
Grüße Frank





