Operation "Tutscha" der RVSN

Um welchen Typ es sich hierbei handelt, kann ich leider nicht sagen. Ich kenne Tutens Aussagen leider nur im Rahmen des mdr-Beitrags "DDR geheim". Dort aber sagt er zumindest, dass es sich um dasselbe Bauwerk wie in Vogelsang handelt, und dass der zweite Bunker in Vogelsang erst 1964 gebaut und 1965 fertiggestellt worden ist und mit dem ersten Bunker identisch sei.
Funktionell identisch. Für derartige Bogendeckungen gibt es zwei verschiedene Varianten. Einmal mit "glatten" Innenwänden (Hohllochplatten) und einmal mit Viertelbogenelementen die in der Gesamtansicht diese typische "Rippenstruktur" vermitteln. Wenn so ein Bauwerk erst einmal fertiggestellt und mit Erde überdeckt wurde dann ist beim Blick aus der Luft keine Unterscheidung mehr zwischen beiden Bauformen möglich.
Die Gemeinsamkeit ist die Funktion Lagerbunker und Wartungspunkt für nukleare Raketengefechtsköpfe in einem Bauwerk.
 
Also zunächst an martin2:
Ich danke dir sehr für deine Rückmeldung! Ja, die Toneffekte mitten im Video hätte man wirklich weglassen können. Sie sollten

Für Intro mag es ja angehen, aber mitten in der Doku wirkt das unpassend. Für mich entsteht der Eindruck, dass ihr da schwer rumrandaliert - und genau das wollen wir ja nicht: Ihr sagt das an einer Stelle selbst.

Ja, es standen am selben Gebäude zwei verschiedene Jahrezahlen: einmal 1978 an der Seite, die ich gefilmt habe, und ich glaube mich erinnern zu können, dass am gegenüberliegenden Giebel 1965 stand. Auf jeden Fall aber war es irgendwas in der 1960er Jahren. Das macht es wieder etwas interessanter. Sollte das Gebäude in zwei Abschnitten gebaut worden sein, die mehr als 10 Jahre auseinanderliegen?

Ja, da wurde zweimal gebaut. Sonst würden da nicht zwei unterschiedliche Jahreszahlen stehen. Mehr weiß man allerdings nicht, es könnte zum Beispiel auch sein, dass denen ein Giebel eingefallen ist oder eingefahren wurde und der dann neu aufgebaut wurde. Möglich ist viel.

Übrigens zu den Zeitungen, falls das nicht erklärt wurde bzw. ihr nicht drauf kamt: Ihr müsst da immer auf den Erscheinungszeitpunkt der Zeitung achten, das immer suchen. Am liebsten bei mehreren Zeitungen. Damit hat man in etwa den Zeitpunkt der letzten Renovierung, vor Erscheinen der Zeitung kann das Renovieren ja schlecht gewesen sein. Mehr noch: Oft wurde da nur einmal die Wand gemacht und das war es. Das kann man dann mit dem Jahr auf dem Giebel vergleichen.

Die Abdeckung des Schachtes hätte tatsächlich am besten mit einer festen Platte erfolgen müssen, aber die hatten wir leider nicht. Und was Spaziergänger im ohnehin verbotenen Terrain betrifft: Das ist halt das Risiko, wenn ich solche Anlagen betrete, darüber muss sich natürlich jeder im Klaren sein.

Also erstmal ist es ja nicht verboten, der Eigentümer legt offensichtlich keinen Wert auf vernünftige Umfriedung. Ich sehe das tatsächlich anders, sehr kritisch: Ein offenes Loch kann ich sehen, dafür habe ich Augen. Ein dünn zugewachsenes Loch kann ich nicht sehen, reinfallen geht aber gut.

Man muss ja zugegebenermaßen erwähnen, dass wir beide (Matze und ich) als militärische Laien dieses Video gemacht haben und die Infos erst während des Schnitts erarbeitet haben.

Und dafür ist es schon ziemlich gut, großes Lob nochmal. Man muss sich ja immer überlegen, was man eigentlich will: Große Show und viele Views oder gute Doku, die lange Jahre für Interessierte verfügbar ist.
Laien waren wir alle mal. Manches erarbeitet man sich selbst, anderes erklärt sich nach Diskussionen, noch anderes bekommt man erklärt. So gesehen passieren gerade zwei Dinge: Einerseits lernt ihr Dinge, die andere von wissen - andererseits bist Du, seid ihr ja mit diesem Video die Erklärer für andere Leute, die sich für solche Themen interessieren.
 
Kann ja irgendwie nicht sein das es in einer KZ-Gedenktstätte einen Transportwagen für ein Waffensystem gibt das nicht in der DDR stationiert wurde.


Ein dort seit 1992 tätiger wissenschaftlicher Mitarbeiter der Gedenkstätte hat mir heute bestätigt das es sich tatsächlich um einen Anhänger der Rakete SS-4 handelte. Die Örtlichkeit konnte zudem exakt bestimmt werden.
Wie bereits vermutet diente dieser Anhänger als Beispiel für einen "V2-Meilerwagen".
Angaben woher der Anhänger kam und seit wann er sich dort befand sind nicht verfügbar.

So, wir haben nun also einen Raketentransportanhänger der SS-4 der sich in der DDR befand obwohl dieses Waffensystem laut sowjetischen bzw. russischen Quellen nicht in der DDR stationiert wurde.
Die Vorbereitungen zu Stationierung wurden getroffen:
- ingesamt 8 Startplätze mit zugehöriger Infrastruktur in unterschiedlichen Baustadien
- waffensystembezogene Garagen wurden in Vogelsang und Neuthymen errichtet
- ein Bunker für Lagerung und Wartung der nuklearen Raketengefechtsköpfe wurde in Vogelsang gebaut
- noch etwas?

Das Waffensystem wurde nicht in der DDR stationiert aber eine Transportanhänger für eine betreffende Rakete befand sich dennoch in der DDR.

Das gibt natürlich Raum für Spekulationen ....

Persönlich kann ich mir vorstellen das man mit diesem Anhänger im vorgesehenen Stationierungsgebiet Testfahrten durchführte um das Straßen- und Wegesystem auf Brauchbarkeit zu prüfen und ggf. Anpassungen vornehmen zu lassen. Mögliche Unterführungen, Überführungen und Bahnübergänge eingeschlossen.
Eine vergleichbare Prozedur bezogen auf andere Waffensystem ist mir nicht bekannt.
 
Hallo martin2,
mit dem Zitieren komme ich noch nicht so klar, daher zunächst immer die allgemeine Antwort. Ja, es simmt: Wer da nicht direkt drauf achtet, könnte denken, wir randalieren. Das soll natürlich nicht sein. Allerdings ist klirrendes Glas dort unmöglich, weil nichts mehr davon vorhanden ist.
Laut der Schilder ist es auf jeden Fall verboten, dieses Gelände zu betreten, das steht unmissverständlich überall dran, und ein Sichheitsdienst ist dort auch zugange. Von daher mache ich mir wirklich viel mehr Sorgen um die Tiere, die sich dort aufhalten. Der Mensch kann lesen und weiß, dass er gefährliches Terrain betritt. Man kann dazu unterschiedlicher Ansicht sein, aber ich versuche stets, wenn, dann eine Tierfalle zu beseitigen.
Es sollen ja noch weitere Videos entstehen, und ich hoffe, wir lernen Stück für Stück, es etwas besser zu machen. :)
Nochmal vielen Dank für´s Lob. Das zeigt uns, dass dieses Video nicht umsonst war.
 
Von daher mache ich mir wirklich viel mehr Sorgen um die Tiere, die sich dort aufhalten.
Ich hatte genau dort mal ein Rehkitz gefunden in einem Schacht aus dem es nicht mehr ohne Hilfe rauskam. Wollte es nicht anfassen und habe eine Art von Treppe gebaut in der Hoffnung es da irgendwie rauszubekommen. Hat nicht geklappt aber einen Tag später guckte ich nochmals nach und es war nicht mehr dort. Vielleicht ist es doch da rausgeommen und hat wirklich überlebt.
Tiere in Schächten in solchen Situationen kommen leider immer wieder vor.
 
Ich hatte genau dort mal ein Rehkitz gefunden in einem Schacht aus dem es nicht mehr ohne Hilfe rauskam. Wollte es nicht anfassen und habe eine Art von Treppe gebaut in der Hoffnung es da irgendwie rauszubekommen. Hat nicht geklappt aber einen Tag später guckte ich nochmals nach und es war nicht mehr dort. Vielleicht ist es doch da rausgeommen und hat wirklich überlebt.
Tiere in Schächten in solchen Situationen kommen leider immer wieder vor.
Ja, und das finde ich eben so schlimm. Oftmals liegen die Abdeckungen ein paar Meter entfernt, sind bisweilen eingewachsen, und dann haben wir gemeinsam die Platte wieder raufgehievt, aber viel zu oft ist erst gar keine Abdeckung mehr zu finden. Man sollte sowas im Zuge der ohnehin stattfindenden Abrissarbeiten zuschütten. Aber lieber werden Bunker zugeschüttet, die man besser offen lassen sollte. :)
 
Ein dort seit 1992 tätiger wissenschaftlicher Mitarbeiter der Gedenkstätte hat mir heute bestätigt das es sich tatsächlich um einen Anhänger der Rakete SS-4 handelte. Die Örtlichkeit konnte zudem exakt bestimmt werden.

Das gibt natürlich Raum für Spekulationen ....
Persönlich kann ich mir vorstellen das man mit diesem Anhänger im vorgesehenen Stationierungsgebiet Testfahrten durchführte

Es wird Zeit, dass etwas Wissenschaftlichkeit Einzug hält.

Abteilung harte Fakten:
Im Raum Templin/Fürstenberg gibt es ein/zwei gehärtete Sonderwaffenlager aus passender Zeit. Es gibt 4 Bodenverankerungen für Starttische R-5M sowie 2x4 Bodenverankerungen für Starttische R-12 (SS-4). Bei Nordhausen, genau Mittelbau-Dora, gab es bis zur Wende einen Raketentransporthänger für R-12 (8Т115). Das kann bzw. konnte man anfassen, das kann niemand wegdiskutieren: Harte Fakten.

Alles Folgende sind weiche Fakten - oder weniger.

Abteilung Aktenlage:
Es gibt russische Akten für eine reale Stationierung R-5M (?) sowie solche, die eine vorbereitete, aber nicht erfolgte Stationierung R-12 im Raum Fürstenberg nahelegen. Geheimdiensterkenntnisse des BND sowie amerikanischer Dienste scheinen das zu stützen. (Das sind aber die bekannten Akten, niemand kann sagen, dass das ALLE Akten sind! Es kann genau so gut sein, dass es noch viele unentdeckte Akten zum Beispiel für Südraum gibt.)

Abteilung Forschungsstand:
Hier scheint mir viel Zufall im Spiel zu sein: Wenn Agenten des BND nicht zufällig große Raketen bei Fürstenberg gesehen hätten, wenn der BND das nicht so aufgeschrieben hätte, wenn Matthias Uhl das nicht gefunden hätte - wüssten wir nichts davon. Oder andersrum: Das wir für den Südraum der DDR nichts wissen, kann heißen, dass es nie Pläne dafür gab. Es kann aber auch heißen, dass dort die Zufälle nicht wie bei Fürstenberg mitspielten. Es kann sogar heißen, dass es im Südraum eine reale Stationerung R-12 gab, es aber nie öffentlich wurde. Wir wissen es einfach nicht.

Abteilung Quelle Tuten:
Über ihn haben wir eine (weitere) Bestätigung der Nutzung, der der Nachnutzung einiger deutscher MUNAs für Sonderwaffenlager. Das wussten wir vorher schon recht sicher. Aber eine weitere Bestätigung ist immer nett. - Mit der fortschreitenden Lektüre seines umfangreichen Werks beschleicht mich aber ein unguter Verdacht: Nicht nur, dass er ständig in den Zeitachsen und Themen springt, ständig steht da, was welcher amerikanische Dienst NICHT erkannte: Ist Herr Tuten etwa auf einer Mission?
Das Werk hat auch eine systemische Schwäche: Es ist sehr schwer erkennbar, was damalige zeitnahe Erkenntnis war und was nachträglich, nach der Wende durch ihn erkannt wurde. Deutlich wird das beispielsweise dadurch, dass er unvermittelt auf Uhl reflektiert. Alles das führt dazu, dass der wissenschaftliche Wert aus meiner Sicht geschmälert wird.

Abteilung Südraum - Tuten:
Da treten die oben genannten Probleme deutlich hervor: Es ist von drei weiteren (weiteren bzgl. Fürstenberg) Stationierungen die Rede, alle im Südraum. Angedeutet wird, dass sie über Frankfurt/O. beliefert wurden. Unklar bleibt, welcher amerikanische Dienst was ganz konkret erkannte. Unklar bleibt, ob da R-12 (SS-4) zugeführt wurde. Oder ob R-11 (SS-1b, SCUD-A) gemeint ist. Oder ob der Stationierungsversuch abgebrochen wurde.

Abteilung Bollerwagen:
Einen Raketentransportwagen für R-12 (SS-4) wird es auch in der UdSSR nicht so häufig gegeben haben: Sowas ist geheim und sowas ist teuer. Wenn so ein Anhänger also in der DDR auftaucht, dann nicht deshalb, weil grad einer zuviel vorhanden war.
Stefan sagt: Am wahrscheinlichsten sind Fahrversuche. Sowas ist aber völlig spekulativ, genau so gut könnte ich sagen: Weil reale Stationierung Südraum vorlag. Stefan kann seine These nicht beweisen, ich kann meine These nicht beweisen - das ist alles völlig spekulativ. Man käme lediglich dann weiter, wenn man die Geschichte dieses Wagens nachvollziehen könnte. Und da ist der erste Ansatz weiterhin das Museum Mittelbau-Dora: So ein Anhänger fiel auch damals nicht vom Himmel, der muss Aktenspuren hinterlassen haben. Im idealfall finden die sich im Archiv der Gedenkstätte. Im weniger idealen Fall wird es auf ewig ein Mysterium bleiben...

P.S: Falsche Bezeichnung nachträglich korrigiert.

Frohe Weihnachten allerseits!
 
Zuletzt bearbeitet:
Martin,
du schreibst von SS-12, hier gehts aber um SS-4. SS-12 kamen erst in den achtziger Jahren in die DDR. SS-4 sollten in den sechziger Jahren in die DDR kommen. SS-12 benötigen keine Bodenverankerungen für Starttische.
Der Anhänger um den es hier geht stammt von SS-4.
 
Es wird Zeit, dass etwas Wissenschaftlichkeit Einzug hält.

Abteilung harte Fakten:
Im Raum Templin/Fürstenberg gibt es ein/zwei gehärtete Sonderwaffenlager aus passender Zeit. Es gibt 4 Bodenverankerungen für Starttische R-5 sowie 2x4 Bodenverankerungen für Starttische SS-12. Bei Nordhausen, genau Mittelbau-Dora, gab es bis zur Wende einen Raketentransporthänger für SS-12 (8Т115). Das kann bzw. konnte man anfassen, das kann niemand wegdiskutieren: Harte Fakten.

Dazu: erst mal Dank für deine Mühe, das zusammenzufassen. Und deine weiteren Ideen dazu.
Dann meine Mäkelei am geposteten Abschnitt "Abteilung harte Fakten":
- es müßte heißen R-5M
- es müßte heißen R-12, nicht SS-12
- der 4. Startplatz für R-5M (wohl in der Nähe von Vogelsang) ist mir unbekannt, die drei anderen habe ich "angefasst"/dokumentiert. Ich gehe aber davon aus, das dieser 4. Startplatz in den Wäldern existierte
- und eine Verständnisfrage: was willst du mit "ein/zwei Sonderwaffenlager" sagen?

Gutgehn, Christian
 
Zuletzt bearbeitet:
Dazu: erst mal Dank für deine Mühe, das zusammenzufassen. Und deine weiteren Ideen dazu.

Dankeschön. - Mir war wichtig, den aktuellen Stand richtig einzuordnen, zunächst einmal für mich. Aber auch für uns alle, wir müssen aus meiner Sicht aufpassen, dass wir nicht alle Ebenen mischen und dann Unfug herauskommt.

Dann meine Mäkelei am geposteten Abschnitt "Abteilung harte Fakten":
- es müßte heißen R-5M
- es müßte heißen R-12, nicht SS-12

Ich sehe das nicht als Mäkelei sondern als (berechtigte) fachliche Kritik. Und in dem Zusammenhang danke auch an Büttner. Ja, ich hatte mich stark auf die Kategorisierung der Informationsebenen konzentriert und kein Auge darauf, dass ich die Abkürzungen SS und R vermischt hatte. Da das weltweit unangemeldet lesbar ist, habe ich meinen Beitrag nachträglich korrigiert.

Im Übrigen hätte ich auch auf SS-12 (die frühe Version) im Abschnitt "Abteilung Quelle Tuten" eingehen müssen. Denn im umfangreichen Buch erwähnt er auch mehrfach SS-12, es bleibt da im Nebel, ob er da die DDR meint; das kann man schon so lesen.

- und eine Verständnisfrage: was willst du mit "ein/zwei Sonderwaffenlager" sagen?

Erklärung:
Ich war nie dort vor Ort. Insoweit ist mir die Lage nicht völlig klar: Also es gibt ein gehärtetes Lager (Typ ?) aus der Stationierungszeit R-5M, das glaube ich verstanden zu haben. Und es gibt das gehärtete Lager Lychen-II (2x Typ VII), das ist mir bekannt. Aber gibt es dort noch ein weiteres Lager, einen weiteren Lagerbunker, aus der Zeit zwischen dem ersten und dem letzten? Kannst Du das bitte freundlicherweise genau erklären?
 
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Also zunächst an martin2:
Ich danke dir sehr für deine Rückmeldung! Ja, die Toneffekte mitten im Video hätte man wirklich weglassen können. Sie sollten lediglich als Schreckeffekte dienen, vor allem für jenes Publikum, das dieses Video nur als Unterhaltung anschaut (also für alle "Nicht-Fachleute"). Aber beim Intro finde ich sie durchaus passend.
An dieser Stelle gleichzeitig auch an Matze:
Ja, es standen am selben Gebäude zwei verschiedene Jahrezahlen: einmal 1978 an der Seite, die ich gefilmt habe, und ich glaube mich erinnern zu können, dass am gegenüberliegenden Giebel 1965 stand. Auf jeden Fall aber war es irgendwas in der 1960er Jahren. Das macht es wieder etwas interessanter. Sollte das Gebäude in zwei Abschnitten gebaut worden sein, die mehr als 10 Jahre auseinanderliegen?
Und martin 2: Ja, wir hatten inzwischen herausgefunden, dass dieser großer "Saal" in der Mitte wohl tatsächlich ein Schlafsaal gewesen ist. Da war aber das Video schon fertig und bereits in zweiter Version online. Ich wollte es nun nicht noch ein drittes Mal überarbeiten und hochladen.
Die Abdeckung des Schachtes hätte tatsächlich am besten mit einer festen Platte erfolgen müssen, aber die hatten wir leider nicht. Und was Spaziergänger im ohnehin verbotenen Terrain betrifft: Das ist halt das Risiko, wenn ich solche Anlagen betrete, darüber muss sich natürlich jeder im Klaren sein.
Das mit den Feuerlösschgerätschaften leutet auf jeden Fall ein, wird wahrscheinlich so etwas gewesen sein. Man muss ja zugegebenermaßen erwähnen, dass wir beide (Matze und ich) als militärische Laien dieses Video gemacht haben und die Infos erst während des Schnitts erarbeitet haben.
Und dass solche Lager (also Kernsprengkopflager) später tatsächlich nicht entfielen, darüber hatte mich jüngst auch der Member Büttner informiert. Das finde ich umso spannender.
Um welchen Typ es sich hierbei handelt, kann ich leider nicht sagen. Ich kenne Tutens Aussagen leider nur im Rahmen des mdr-Beitrags "DDR geheim". Dort aber sagt er zumindest, dass es sich um dasselbe Bauwerk wie in Vogelsang handelt, und dass der zweite Bunker in Vogelsang erst 1964 gebaut und 1965 fertiggestellt worden ist und mit dem ersten Bunker identisch sei. Außerdem gebe es wohl in der damaligen UdSSR 75 weitere Bunker gleichen Typs und gleicher Funktion. Und es gäbe wohl keinen anderen Raketen-Typ als die R-5, für den dieses Bauwerk ausgelegt sei (wenn ich das alles richtig verstanden habe). Und dass es sich um eine Bogendeckung handelt, habe ich lediglich übernommen (von wem, weiß ich nicht mehr). Ob das der Wahrheit entspricht, vermag ich nicht zu sagen. Es wäre interessant, dieses zu erfahren, denn in meinem zukünftigen Video über die Kaserne Vogelsang, wo auch das dortige Sonderwaffenlager vorkommen wird, möchte es dann schon korrekt formulieren. Ich freue mich schon sehr darauf, dieses Video (hoffentlich noch in diesem Winter) veröffentlichen zu können.
Ja und der Tornado: Manchmal hat man eben wirklich Glück, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Der flog wirklich über mir hinweg, als ich an der Startposition stand. Das konnte tatsächlich nicht besser passen.
Hier passt meiner Meinung aber etwas nicht. In der SU gab es glaube bloß 5 Regimenter R-5M, mit jeweils 2 Abteilungen.
 
Passt schon. Die eine Aussage meint SS-4 mit und die andere ist als Beweisführung für die Stationierung der SS-3 in der DDR zu verstehen. Man müsste die Originalaussage daraufhin betrachten.
3 Bunker dieser Art gab es ja alleine schon in der DDR. Zwei für SS-3 jeweils in Vogelsang und Neuthymen (reale Stationierung) und einer für SS-4 in Vogelsang (geplante Stationierung)




Man könnte natürlich die Frage stellen warum der für SS-3 gebaute Bunker in Vogelsang nicht von SS-4 nachgenutzt werden konnte und stattdessen ein Neubau fällig wurde ....


Unter diesem Gesichtspunkt ist interessant welcher der beiden Bunker in Vogelsang von 55543 nachgenutzt wurde bzw. später die Verladerampe erhielt.
 
Man könnte natürlich die Frage stellen warum der für SS-3 gebaute Bunker in Vogelsang nicht von SS-4 nachgenutzt werden konnte und stattdessen ein Neubau fällig wurde ....
Darüber kann man im Moment nur spekulieren. Aber vielleicht entsprachen die alten Bunker nicht mehr den Anforderungen für die Lagerung der Gefechtsköpfe der R-12.
 
Erklärung:
Ich war nie dort vor Ort. Insoweit ist mir die Lage nicht völlig klar: Also es gibt ein gehärtetes Lager (Typ ?) aus der Stationierungszeit R-5M, das glaube ich verstanden zu haben. Und es gibt das gehärtete Lager Lychen-II (2x Typ VII), das ist mir bekannt. Aber gibt es dort noch ein weiteres Lager, einen weiteren Lagerbunker, aus der Zeit zwischen dem ersten und dem letzten? Kannst Du das bitte freundlicherweise genau erklären?

Mein Kenntnisstand:
Für die Stationierung der R-5M (SS-3) Ende der 1950er wurde jeweils ein Bunker in Vogelsang und ein Bunker in Neuthymen errichtet. In Vogelsang wurde 1964/65 ein weiterer (wohl) baugleicher Bunker neben den ersten gebaut. Siehe dazu auch Beitrag #32.

Bei Himmelpfort/Lychen 2 wurden dann 1968/69 zwei "Typ VII"-Bunker (nach CIA-Kategorisierung) für ein Sonderwaffenlager errichtet. Von diesen Sonderwaffenlagern mit je 2 ziemlich baugleichen "Typ VII"-Bunkern gab es außerhalb der Sowjetunion in den Ländern des "Warschauer Vertrags" insgesamt 12 Objekte (DDR 2, Polen 3, Tschechoslowakei 3, Ungarn 1, Bulgarien 3).
 
Passt schon. Die eine Aussage meint SS-4 mit und die andere ist als Beweisführung für die Stationierung der SS-3 in der DDR zu verstehen. Man müsste die Originalaussage daraufhin betrachten.
3 Bunker dieser Art gab es ja alleine schon in der DDR. Zwei für SS-3 jeweils in Vogelsang und Neuthymen (reale Stationierung) und einer für SS-4 in Vogelsang (geplante Stationierung)

Stellt sich mir die Frage, warum in Vogelsang dieser zweite Bunker für eine (vermeindliche) R-12 Stationierung erst 1964/65 errichtet wurde?
Seit Anfang 1962 begann in der UdSSR die Stationierung der neuen Mittelsteckenrakete R-14 (SS-5) mit einer Reichweite von etwa 4000 Kilometern. Die sowjetischen Raketentruppen waren damit nicht mehr auf eine Stationierung außerhalb ihres "Heimatlandes" angewiesen, um jedes Ziel in Europa zu zerstören.

 
Stellt sich mir die Frage, warum in Vogelsang dieser zweite Bunker für eine (vermeindliche) R-12 Stationierung erst 1964/65 errichtet wurde?

Guter und wichtiger Hinweis, Datum mir zwischenzeitlich entfallen. Irrtum meinerseits. Folglich fällt der zweite Bunker in Vogelsang für die geplante Stationierung raus da es zeitlich nicht passt. Irgendwie kommt es mir so vor als wenn diese Dikussion hier im Forum schon einmal geführt wurde?
Aber so oder so, wir stoßen immer wieder auf 55543. Da scheint der Schlüssel zu liegen.

Aber die erwähnten 75 Bunker reichen nicht aus.

Was die Zahl 75 betrifft, mir liegt die Originalaussage nicht vor. Daher ist nicht ganz klar was genau gemeint ist. Tatsächlich genau dieser Typ von Bunker? SS-4 Stellungen können zwei verschiedene Arten von Sonderwaffenlagern haben. Die andere Variante würde also noch oben drauf kommen in der Zählung. Bitte diese Stellungen selbst einmal anschauen, dann wird es deutlicher was ich meine.
 
Damit habe ich mich noch gar nicht beschäftigt, welcher Bunkertyp wo genutzt wurde. Für die RTB's der Raketenregimenter R-5M/12/14 müssten es dann fast an die 200 Stück gewesen sein.
 
Was die Zahl 75 betrifft, mir liegt die Originalaussage nicht vor. Daher ist nicht ganz klar was genau gemeint ist. Tatsächlich genau dieser Typ von Bunker?

"Die Bunker, die in Vogelsang und später in Furstenberg abgebildet wurden, waren identisch mit etwa 75 anderen Bunkern der ersten Generation von MRBM-Atomsprengköpfen, die von den US-Geheimdiensten als Klasse A und B bezeichnet wurden und an den Startplätzen der UdSSR gebaut wurden." (Charles Tuten: Making the right Connections)
 
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