Nürnberg: Bunker für Kunstgüter

Martin Kaule

Administrator
In Nürnberg gibt es täglich 14Uhr die Möglichkeit einer Besichtigung des "Historischen Kunstbunkers". Lagerkeller einer Bierbrauerei wurden baulich so verändert, damit verschiedenste Kunstgüter aus der Stadt Nürnberg bombensicher eingelagert werden konnte. So findet man noch immer riesige Tresortüren die nur mittels Zahlencode geöffnet werden konnten. Reste der technischen Installationen sind ebenfalls noch vorhanden.

Natürlich möchte ich euch auch die Fotos nicht vorenthalten. :mrgreen:

Beste Grüße
Martin
 
Die Kellerräume entstanden ja viiiel früher. Nach einem Gesetz- ich glaube von 1380- musste jeder, der Bier braute ( und das waren damals sehr viele) eine geeignete Kühlmöglichkeit haben. Also gruben die Nürnberger Keller, z.T. inzwischen 4 Etagen unter der Erde,wobei die Tiefsten die Neuesten sind. Auch heute noch zu besichtigen, sehr interessant. Diese Keller wurden bei Bombenangriffen auch als LS- Keller genutzt. Der Kunstbunker war ursprünglich auch ein solcher Keller. Lange vor dem Krieg ( 1934?) begannen heimlich 3 Leute ( Bürgermeister, Polizeichef und ? ) nach Möglichkeiten zu suchen, im Falle eines Krieges die Kunstgüter der Stadt sicher unterzubringen und fanden diese Lösung. Die Tresortür aus einer jüdischen Bank, andere Materialien von der Baustelle des Reichsparteitagsgeländes usw.- so entstand dann dieser Bunker, in den, als es dann soweit war nicht nur die Kirchenfenster einiger Kirchen sondern auch Kunstschätze aus ganz Deutschland eingelagert wurden. Sogar die Reichsinsignien lagen dort.
Soviel mal zum Thema Kunstbunker.
Nach den Erbauern des Bunkers und Retter diverser Kunstgüter ist übrigens bis heute keine Straße benannt.
 
Lange vor dem Krieg ( 1934?) begannen heimlich 3 Leute ( Bürgermeister, Polizeichef und ? ) nach Möglichkeiten zu suchen, im Falle eines Krieges die Kunstgüter der Stadt sicher unterzubringen und fanden diese Lösung.

In der Ausstellung im Kulturbunker und bei der sehr empfehlenswerten Führung wird auf diesen Umstand eingegangen. Als maßgeblich beteiligte Personen werden genannt:
Julius Lincke (1909-1991), ab 1937 Leiter der Abteilung Denkmalpflege im Hochbauamt und Berater für "Kulturluftschutz"
Heinz Schmeißner (1905-1997), ab 1942 Hochbaudezernent, seit 1944 offizieller Beauftragter für Kulturluftschutz
Konrad Fries (1893-1983), ab 1938 Leiter des "Dezernat XI für Wehrangelegenheiten, Luftschutz und Ernährung"

Für die Bergung der verwahrten Kunstgüter waren verantwortlich:
Heinrich Kohlhaußen (1894-1970), ab 1937 Direktor des Germanischen Nationalmuseums
Wilhelm Poeschel (1897-1970), ab 1930 Leiter des Evang.-Luther. Kirchenbauamtes der Evang.-Luther. Gesamtkirchenverwaltung Nürnbergs
(Quelle: Tafeln der Ausstellung im Kunstbunker)

Gruß Klaus
 

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Natürlich möchte ich euch auch die Fotos nicht vorenthalten.

Wenn ich mir Deine Fotos so ansehe, muss ich feststellen, dass sich in den letzten Jahren dort viel getan hat.
Der Verein Berliner Unterwelten hat dem Kunstbunker eine baugleiche NEA, wie die ursprünglich vorhandene, spendiert. Neben dem Bau an sich, gibt es viele informative Tafeln und weitere Ausstellungsstücke zu sehen.
Für fremdsprachige Führungsteilnehmer werden englische Audioguides verteilt. Die Führungen finden mittlerweile täglich 14:30 Uhr statt. Gruppenführungen sind zwischen 8 und 21 Uhr möglich.

Gruß Klaus
 

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