Kühnhaide: Schießplatz

Nach meinen Hörensagen- Infos hat die Sovjetarmee diesen in DDR-Volkseigentum befindlichen Ort 1968 im Vorfeld des Einmarsches in die Tschechoslovakej besetzt und dort gelagert ... und einen Infanterie-Schießplatz daraus gemacht, der bis zur politischen Wende betrieben wurde. Im Prinzip und nach meinen, ..., eine illegale Besetzung von Flächen des DDR-Staatsforstes, die aber von der DDR stillschweigend hingenommen wurde ...

Ich bezog mich darauf, und das ist so korrekt. Vllt verstehst du jetzt nach den vielen Jahren auch einen der Gründe » die CA hatte damals vorhandene Infrastruktur der NVA genutzt.
 
Vllt verstehst du jetzt nach den vielen Jahren auch einen der Gründe » die CA hatte damals vorhandene Infrastruktur der NVA genutzt.

Welche Infrastruktur der NVA meinst Du dort konkret örtlich? Das wäre sehr interessant zu wissen!!! Die NVA und heute die Bundeswehr (Kaserne Marienberg) hatte ihren Schießplatz westlich der Bundesstraße 174 in einem Tal, heute hort man dort noch das Geballer. Der Schießplatz Kühnhaide war aber ziemlich weit östlich der B 174, auf einer Anhöhe.

Der Schießplatz Kühnhaide war ein nicht offizieller sovjetischer Truppenübungsplatz. Die meisten anderen waren legal und schon von den Nazis übernommen worden. Was mich daran am meisten ärgert ist, dass diese illegale Liegenschaft (Schießplatz) + Moorschutzgebiet hätte Mitte der 90er Jahre nicht privatisiert werden dürfen. Das hat riesen Probleme und nicht notwendige Kosten für den Naturschutz erzeugt, ich hab da ne Menge Zeitungsartikel gesammelt, selbst Journalisten losgeschickt und war in eine Reihe Behördenbesprechungen invollviert. Die Privatisierung von Land und Naturschutzflächen ist ein großes Problem, zumal es sich hier um illegal besetztes Land handelt.

(Für viele solche Standorte sollte man mal die vollständige Geschichte recherchieren und aufschreiben, und dazu kann das Forum einen Beitrag leisten.)
 
Das ist so korrekt » NVA westlich der Straße, wird von BuWe weitergenutzt. CA östlich der Straße und etwas südlicher und tw im Moor.

Besorge dir eine alte TK25AS der DDR dieser Gegend und da ist das alles drauf. Hinweise wie man das handelt gibt es im Forum, gerade auch aktuell.
 
Besorge dir eine alte TK25AS der DDR dieser Gegend und da ist das alles drauf.

Danke für den Hinweis, bin noch nicht auf die Idee gekommen. Neben einer großen Anzahl von Fachkarten (z.B. Geologie, Boden, Forstkarten, Naturschutzkarten) verwendeten wir in den 90ern immer die TK 10 (Ausgabe Volkswirtschaft) DDR, die auch damals an der tschechischen Grenze endete. Später in den 2000er Jahren gab es die neuen bundesrepublikanischen TK. So, wie Du schreibst, scheinst Du die Karte schon eingesehen haben: Wenn ja, kannst Du mir mal die Blattschnittnummer sowie Blattbezeichnung nennen?
 
Ach, das Thema war so spannend und dann kommt nix mehr!!
Wart ihr denn schon mit Eeurem Strahlenmessgerät und Tauchgerät im Loch?

Kürzlich bekam ich einen Tipp, bezüglich einer gewissen Ähnlichkeit des kreisrunden Lochs mit Wasser und Bewuchs in der Mitte.
Also ich bin immer wieder erstaunt wo diese Löcher in Deutschland zu finden sind!!!
Die Baracke im Bild.... verdächtig.

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VG
Andreas
 
Wo ist das genau? In dem normalen google-earth finde ich diese 3 Teiche nicht, jedenfalls nicht da, von wo ich den Schießplatz neben dem Moor Mothäuser Heide kenne. Auch diese Baracke sieht ziemlich neu aus und auch Zufahrtsstraße mit Wendeschleife ziemlich modern. Wenn das nicht der neue Waldeigentümer dorthin gebaut hat, ist mir so etwas in den 90er Jahren nie aufgefallen. Vielleicht sind die kreisrunden Teiche auch nur Ergebnis der Renaturierung des Gebietes, die zu meiner Zeit noch nicht stattgefunden hat. Da muss man mal mit örtlichen Förstern des Forstbezirks Marienberg bzw. dem Privaten Forstbetrieb des Eigentümers Herrn Heutelbeck aus dem Westen (sein örtlicher Forstbetrieb in Gelobtland) reden.
 
Ti: Du meinst, uns haben damals die Amis was untergejubelt ;-)
Jetzt mal Spaß beiseite - ich bin dort lange Zeit nicht in der Gegend gewesen, weil mein Urlaub dieses Jahr nichts mehr hergibt.
Kann denn nicht mal jemand aus dem Erzgebirge der Sache dort nachgehen, oder sitzen die alle den lieben langen Tag am Ofen?
Für mich sind das hin und zurück 500 km, da kommt eigentlich nur Urlaub in Frage.
 
Hallo zusammen,

bin neu hier und möchte mich kurz vorstellen:
Ich bin Martin und komme aus Berlin. Meine Gattin aus Rübenau (seit 1987) hat als Jungpionier mal dort den Soldaten wohl zur Weihnachtszeit vorgezithert (kein Schreibfehler). Sie erzählte mir einige Male davon, wusste aber nie, wo sie da in den Wald gefahren wurde. Heute habe ich bei Google Earth den Fleck gefunden.
Leider ist die Osterzeit fast schon vorbei, wir müssen wieder nach Berlin und der Wald lädt ja auch nicht zum Wandern ein. Meine Fragen:
1. Weiß jemand, wie man Kühnhaide auf russisch schreibt und welche Raketeneinheit dort stationiert war ? dann könnte man ja mal im russischen Internet nach Zeitzeugen suchen.
2. Kommt man irgendwie mit dem Auto noch in die Nähe, damit meine ich nicht den Kühnhaidner Flügel/Brückenstraße und wandern, sondern auf einer Straße oder sind das alles gesperrte unbefahrbare Forstwege ? Bin nämlich nicht mehr so gut zu Fuß..., könnte höchstens bei einem Flugtag mal einen Rundflug von Großrückerswalde buchen.

lg
Martin
 
Hallo Martin,

1. "ракетные войска смелоxайде" oder die drei Suchbegriffe jeweils einzeln wären vielleicht eine Suche wert (das dritte Wort im Telegramm ist die Lösung).
2. Wir könnten uns vielleicht in Zesch am See bei der Eisdiele mal über das Thema austauschen, das ist nicht weit weg von Berlin und für mich auch ganz günstig.

MfG Peter
 
Hallo Martin,

es wäre sicherlich hilfreich wenn du einen Zeitpunkt angeben würdest. Und warum suchst du nach einer Raketeneinheit?
 
@Peter: Schick mir mal eine PN mit Deiner Mailadresse, dann können wir ein Treffen arrangieren. Es ist einfacher als Du denkst...
@AndreM: Ich habe nicht über einen Zeitpunkt geredet, was meinst Du damit? Über Geschosswerfer o.ä. wurde hier geredet, daher meine Frage.
@ all: So sah es heute am HP Gelobtland aus. (31.03.2018)

Martin
 

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Hab ich vergessen, hab ein Forum Ehemaliger der GSSD gefunden, werde mich mal damit weiter beschäftigen, wenn ich Zeit habe. Vielleicht findet man einen Augenzeugen. Die Kontrollfrage zum Einstieg in das Forum: Город где находился штаб ЗГВ ? Haha...
 
Wie schreibt man den das "ü" auf Russisch ;-)
Aber lustige Frage, weil's ja hier gleich nebenan liegt.
@Martin: Habe Dir eine foreninterne E-Mail geschickt, wenn nichts ankommen sollte, einfach nochmal hier melden...
 
Guten Tag,
aus nicht nicht näheren Gesprächen habe ich gehört, dass der Abzug der dortigen Raketen + dazugehöriger Technik nicht über die damalige Bahnstrecke über Marienberg bis hin nach K-M-St. erfolgte sondern über die Bahnlinie direkt bis Most abtransportiert wurden.
Sofern konnte man auch nicht mitbekommen haben.
 
Hallo Potzblitz,
die Eisenbahnstrecke von Reitzenhain in Richtung Křimov (Tschechische Rebublik) wurde in 1972 stillgelegt. Deswegen halte ich das für nicht wahrscheinlich.
Allerdings habe ich mehrere Flüge mit Transporthubschraubern (MI-6 oder MI-8) zur damaligen Zeit beobachten können. Wenn Bahntransporte stattgefunden haben, dann wohl über Marienberg in Richtung Pockau, Flöha, Dresden oder Karl-Marx-Stadt.
*:
Das Thema ist nicht ganz vom Tisch. Ich habe Fotomaterial aus der Zeit kurz nach Abzug der Sowjetarmee von diesem Gebiet. Ich will es innerhalb der kommenden 1 bis 2 Jahre digitalisieren - so der Plan.
Es ist natürlich eine "steile These", dass es dort Raketensilos gab (das ist mir auch klar). Allerdings kann ich mich noch heute genau daran erinnern, eine 3-fache Absperrung bei meiner damaligen Foto-Safari gesehen zu haben. Direkt an der Grenze der innersten Einzäunung (oben mit Stacheldraht versehen) stand dabei ein ehemaliger Postenturm - wohlgemerkt ohne ein oberirdisches Objekt innerhalb dieser Absperrung.
 
Zuletzt bearbeitet:
Als fast Anwohner und einer dem der "beladene" MAZ-547 samt Begleitfahrzeugen unfreiwillig begegnet ist, versuche ich mal so genau wie möglich meine Erkenntnisse weiterzugeben.

1. Es hielten sich zu DDR-Zeiten hartnäckig Gerüchte, dass die Russen in Kühnhaide Raketen stationiert hätten.
2. Auffällig waren die ungewöhnlich breiten und geraden "Waldwege", die immer in einem sehr guten Zustand waren.
3. Zur Einordnung des Zustandes der Waldwege: Mit meiner MZ konnte man da problemlos mehr als 100 km/h fahren. Man durfte nur nicht direkt ins Sperrgebiet fahren. Die verstanden da sicher keinen Spaß.
4. Nach dem Abzug der Russen und der Öffnung der Sperrgebiete fand ich gut befestigte "Holzrückplätze", die alle nach dem exakt gleichen Muster aufgebaut waren. Abmessung ca. 25 x 36 Meter. Absolut eben, mit jeweils 2 Trigonometrischen Punkten aus Holz (siehe Link) als auch aus Stein. Trigonometrischer Punkt
5. Unweit dieser Plätze befanden sich Stellplätze für die Begleitfahrzeuge
6. Mindestens ein Platz befindet sich auch im Sperrgebiet (Schießplatz) der NVA zwischen der 174 und Steinbach im Haselbachtal.
7. In der Zeit von 1987-1988 gab es vermehrt Flugbewegungen im Tiefstflug mit Hubschraubern Mi-9 und Mi-26 und besonders interessant von 2 Flugzeugen AN-72 in Formation in einer Flughöhe von unter 100 Metern.
8. Außergewöhnliche Entladevorgänge von Eisenbahnwagons in der Zeit um 2:30 - 4:00 Uhr auf dem Bahnhof in Marienberg.
9. Das besagte Ereignis: Ich wollte kurz nach der Mittagszeit eine gewohnte Runde mit dem Motorrad drehen und dabei aus Neugier etwas Ausschau halten. Dabei stieß ich auf öffentlicher Straße auf eine Absperrung. Da ich dummerweise unbedingt dort lang wollte, umfuhr ich die Sperre. Kurz darauf begegnete ich der besagten Kolonne. Ich bin mir sehr sicher, dass es kein MAZ-543 war, sondern ein 547 mit 6 Achsen.
Mit mehr Glück als Verstand entkam ich dem ganzen. Einige Tage später erhielt ich Besuch vom ABV (Abschnittsbevollmächtigter der VP). Aber zu Glück hatten sie scheinbar nicht das ganze Kennzeichen erkannt und somit war ich nicht mehr verdächtig. Ab diesen Zeitpunkt unterließ ich jeden weiteren Versuch meiner Neugier zu folgen.

So ganz abwegig sind die Spekulationen über die Stationierung von SS-20 in der DDR wohl doch nicht. Obwohl ich ja nun den Fotobeweis aus verständlichen Gründen schuldig bleiben muss. Ziele für diese SS-20 wären Frankreich, Großbritannien, Norwegen, Island, Spanien, Süditalien, Afrika, Saudi Arabien, Neufundland, ...

An Raketensilos bei Kühnhaide glaube ich eher nicht.

Aber es gab in Tschechien im Duppauer Gebirge eben diese.
 
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