GSSD Bunker Bad Freienwalde

Das ist sehr schade, zu gern hätte ich das Objekt aus dieser Zeit gesehen. Ich war gestern dort und hab es mir mal von außen angeschaut und dabei zwei Eingänge in den unterirdischen Bereich gefunden.
Da ist nix spektakuläres mehr. Aber trotzdem eine schöne Gegend. Wenn die alten Bäume sprechen könnten
 
In dem größten noch vorhandenen unterirdischen Raum, der in seinem Eingangsbereich einen Schleusenbereich erkennen lässt, findet man die typischen schwarz-gelben Markierungen (unsauber schwarz übergestrichen und daher noch gut erkennbar), die charakteristisch waren für ein sowjetisches Kernwaffenlager. Das ist sehr spanndend gewesen, als wir heute diese Spuren fanden/erkannten. Es ist geplant, eine Videodokumentation darüber zu machen.
 
@_Marco_ Moin, gern würd ick mir das mal anschauen, wenn ihr dazu ein Video dreht.
Hi, sehr gern. Das Gros der Aufnahmen ist ja bereits im Kasten, aber gestern haben wir wieder einige Dinge gefunden, die uns veranlassten, noch mal gemeinsam auf die Suche dort zu gehen, um möglichst viel von dem, was heute noch zu finden ist, zeigen zu können (und seien es nur ganz kleine Details. Zudem muss ja noch viel an Infos gesammelt werden, um es zu einer Dokumentation werden zu lassen. :)
 
Sprecht ihr von den Räumen in den Längswällen oder von dem Gefechtskopflagerbunker bzw. den Gefechtskopflagerbunkern?
Mit Gefechtskopflagerbunker meine ich einen neuen gebauten Bunker in dem Gefechtsköpfe gelagert wurden. Wurde entweder abgerissen, zugeschüttet oder zu einem Fledermausquartier umgewidmet?
 
Sprecht ihr von den Räumen in den Längswällen oder von dem Gefechtskopflagerbunker bzw. den Gefechtskopflagerbunkern?
Mit Gefechtskopflagerbunker meine ich einen neuen gebauten Bunker in dem Gefechtsköpfe gelagert wurden. Wurde entweder abgerissen, zugeschüttet oder zu einem Fledermausquartier umgewidmet?
Also was mich betrifft (ich freue mich, dass du dich dazuschaltest) spreche ich von dem größeren, rechteckigen Bau, der aufgrund der aufgefundenen (schwarz) übergestrichenen Schwarz-Gelb-Markierungen im Eingangsbereich für uns offenbar der Lagerort für die atomaren Gefechtsköpfe war. Damit verbindet sich eben genau die nächste Frage, um was für Gefechtsköpfe es sich in diesem Fall handelte, denn ich habe keine Idee, was man dort gelagert haben könnte (also für welche Raketen). Ich weiß praktisch kaum etwas über dieses SWL und in welchem Zusammenhang es mit der Kaserne "Hohenfriedberg" in Bad Freienwalde gestanden hat.
Ich hatte bereits gelesen (vom gesperrten Herrmann), dass sich innerhalb der Längswälle auch mindestens zwei "Bunker" befinden. Jetzt bestätigst du das mit deiner Frage tatsächlich, was das Ganze noch spannender macht, denn ich war mir nie sicher. ob in diesen schmalen Wällen überhaupt etwas hineingebaut worden sein konnte. :)
 
Also Matze und ich waren gestern drin in diesem erwähnten (offensichtlich) Gefechtskopflagerbunker. Gewiss Fledermausquartier, aber immerhin noch existent und erreichbar und durchaus spannend für jemanden, der zum ersten Mal drin war. Unsere Vermutung stimmt also, dass dieser Bau aus der Zeit der sowjetischen Nachnutzung stammt.
 
Danke für die Erläuterung, es ist also ein kleiner Ausflug notwendig ;-)


Lt. Quelle (Ortsbezeichnung Bad Freienwalde) war das einer der beiden der Sonderwaffenlager der 20. Garde-Truppenarmee für taktische und operativ-taktische Boden-Boden-Raketen. Im Objekt waren auch die Träger gelagert. Die Zuordnungen und verwendeten Waffensysteme kann man in unterschiedlicher Präzisierung ausformulieren.

Das Sonderwaffenlager Bad Freienwalde war eines von drei "versteckten" für die Landstreitkräfte, in diesem Fall ganz ähnlich zu Werneuchen im Schusskanal eines Schießstandes. Die anderen beiden Standorte Wurzen und Halle-Nietleben hatten Lagerbunker im Kasernenbereich.
 
Oh ja, das ist eine super Idee, einen Ausflug dorthin zu unternehmen. :)

Ich sammle sehr gern schon möglichst viele Infos über dieses Objekt, das ich im Video gern im Zusammenhang mit der Kaserne an der Berliner Straße ("Hohenfriedberg") vorstellen möchte, denn beide Objekte standen ja zumindest in der Nazi-Zeit im Zusammenhang. Aber auch bei den Sowjets hat es (wenn ich es richtig verstehe) diesen Zusammenhang gegeben.
Aktuell gibt es noch 4 unterirdische Bereich, die betreten werden können (deckt sich also mit den Ausführungen hier im Forum), allerdings sind zwei Räume davon winzig klein (nur kleine Röhren).
Ich finde diese Objekt sehr spannend, denn schon während meiner Ausbildungszeit (in der Forst, während der wir auch dort in Freienwalde, ganz in der Nähe eingesetzt waren) sprach mein Lehrausbilder davon, dass dort oben angeblich von den Russen Atomwaffen gelagert wurden. Das war aber eine unbestätigte Aussage damals und somit mit Vorsicht zu betrachten. Erreichbar war es damals (1992) wohl noch nicht, so dass wir es uns leider nicht anschauen konnten. Später geriet es leider in Vergssenheit, zumal niemand den genauen Standort wusste und ich allein mich nicht getraut hätte zu suchen.
Gefunden habe ich es letztlich über das Digitale Geländemodell im Winter dieses Jahres. Erst da hab ich gesehen, wie relativ nah es am Waldrand Richtung Platzfelde liegt - gerade mal 1 km Luftlinie ca.
 
Also irgendwo muss ja das Personal untergebracht worden sein. Bad Freienwalde ist da schon die 1. Wahl. Vielleicht kann ich dazu noch was aus der alten Zeit finden.

Grundsätzlich sind Grundriss und Abmessungen des Lagerbunkers von Interesse, daraus könnte die Kapazität der GK abgeleitet werden.
 
Also irgendwo muss ja das Personal untergebracht worden sein. Bad Freienwalde ist da schon die 1. Wahl. Vielleicht kann ich dazu noch was aus der alten Zeit finden.

Grundsätzlich sind Grundriss und Abmessungen des Lagerbunkers von Interesse, daraus könnte die Kapazität der GK abgeleitet werden.
Ja, ich bin sehr gespannt, was sich herausfinden lässt. Grundriss und Abmessungen lassen sich ja unschwer vor Ort herausbekommen. Wir haben gestern auch weiße Linien sehen können im Innern, die durch den Staub hervortreten und sich teils verfolgen lassen. Wenn man sich das Gelänge im Bereich dieses alten Schießplatzes anschaut, dann dürfte es nur diesen einen Lagerbunker gegeben haben.
 
Marco, da du ja vom Fach bist - es müsste dort etliche Wunden (heißt das so?) an den Bäumen geben weil die Sowjets diese dort umfangreich nutzen um alles mögliche mehr oder weniger geschickt da "dranzubammeln". Abspannungen für Tarnnetze und solche Dinge. Es gab wohl auch Metallschilder mit irgendwelchen Textinformationen an den Bäumen, diese müssten wenn nicht schon längst entfernt, mittlerweile eingewachsen sein.
Ich meine mich auch an DMB-Inschriften in den Bäumen erinnern zu können. Fotografiert habe ich jedenfalls damals eine Jahreszahl, die könnte auf die fünfziger Jahre hindeuten.
Das andere Foto zeigt die Verladerampe für die GK-Container (also die Fläche nach dem Rückbau) aus Richtung des Hauptweges, also der Wegführung den die GK-Container nahmen zwischen Bunker und Verladerampe. Das s/w-Vergleichsbild gibt die gleiche Situation vor dem Rückbau wieder, nur etwas dichter an der Rampenkante fotografiert. Man kann die Anfahrtshilfen* für die Lkw sowie Rangierlinien und die Fundamente mit den abgetrennten Stützen für die Tarnüberdachung (sehr wahrscheinlich Wellasbestabdeckung) erkennen. Diese Verladerampe müsste sechs Positionen für die Lkw gehabt haben und sollte komplett von der Tarnüberdachung überdeckt gewesen sein.
* möglicherweise hier nicht als zwangsweise Spurführung wie sonst üblicherweise sondern als Betonstreifen zum absichtlichen drauffahren
Anmerkung: die Verladerampe war der Ersatz bzw. Ergänzung für die Krananlage direkt vor dem GK-Lagerbunker, um das hier nochmals zu erwähnen.
Die Track-Darstellung ist von einem der damaligen "Waldspaziergänge". Quelle Sat-Bildgrundlage GoogleEarth.

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Marco, da du ja vom Fach bist - es müsste dort etliche Wunden (heißt das so?) an den Bäumen geben weil die Sowjets diese dort umfangreich nutzen um alles mögliche mehr oder weniger geschickt da "dranzubammeln". Abspannungen für Tarnnetze und solche Dinge. Es gab wohl auch Metallschilder mit irgendwelchen Textinformationen an den Bäumen, diese müssten wenn nicht schon längst entfernt, mittlerweile eingewachsen sein.
Ich meine mich auch an DMB-Inschriften in den Bäumen erinnern zu können. Fotografiert habe ich jedenfalls damals eine Jahreszahl, die könnte auf die fünfziger Jahre hindeuten.
Das andere Foto zeigt die Verladerampe für die GK-Container (also die Fläche nach dem Rückbau) aus Richtung des Hauptweges, also der Wegführung den die GK-Container nahmen zwischen Bunker und Verladerampe. Das s/w-Vergleichsbild gibt die gleiche Situation vor dem Rückbau wieder, nur etwas dichter an der Rampenkante fotografiert. Man kann die Anfahrtshilfen* für die Lkw sowie Rangierlinien und die Fundamente mit den abgetrennten Stützen für die Tarnüberdachung (sehr wahrscheinlich Wellasbestabdeckung) erkennen. Diese Verladerampe müsste sechs Positionen für die Lkw gehabt haben und sollte komplett von der Tarnüberdachung überdeckt gewesen sein.
* möglicherweise hier nicht als zwangsweise Spurführung wie sonst üblicherweise sondern als Betonstreifen zum absichtlichen drauffahren
Anmerkung: die Verladerampe war der Ersatz bzw. Ergänzung für die Krananlage direkt vor dem GK-Lagerbunker, um das hier nochmals zu erwähnen.
Die Track-Darstellung ist von einem der damaligen "Waldspaziergänge". Quelle Sat-Bildgrundlage GoogleEarth.

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Ja, also es gibt natürlich zahlreiche Bäume mit Einritzungen, während ich andere Spuren an ihnen (also Metallschilder o.ä.) bislang nicht ausmachen konnte. "Wunden" ist schon eine richtige Bezeichnung. :)
Wir haben ja vorgestern ein MG-Nest gefunden, das ich bislang auch nicht kannte. Von daher kennen wir zumindest ungefähr die Grenze des Objekts nach Nord-Osten hin. Die anderen Objektgrenzverläufe kann ich nur vermuten. Es wäre also tatsächlich sehr interessant, dort noch mal intensiv zu suchen.
Anhand der Fotos kann ich leider keine Orientierung finden, das sieht völlig anders aus als vor Ort. Das müsste man also im Gelände noch mal alles aufsuchen und sich im heutigen Zustand anschauen. Ich bin so gespannt drauf. :)
 
Bei der Bearbeitung der Fotos habe ich Folgendes entdeckt.
Hier in den roten markierten Bereichen, zwei Verewigungen aus dem Jahr 13.01.1945 und 18.03.4?
Wenn dann der Termin steht, sollte hier eine genauere Untersuchung stattfinden.

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Bei der Bearbeitung der Fotos habe ich Folgendes entdeckt.
Hier in den roten markierten Bereichen, zwei Verewigungen aus dem Jahr 13.01.1945 und 18.03.4?
Wenn dann der Termin steht, sollte hier eine genauere Untersuchung stattfinden.

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Super, das bedeutet ja, dass es noch Einritzungen aus der Zeit des aktiven Schießplatzes sind. Ja - Termin unbedingt wichtig! Lutz würde auch mitkommen.
 
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