FRA in Sachsen / Pulsnitz · Eierberg - Objektneubau abgebrochen

Frank K.

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Bekannt ist dass im Norden der ehem. DDR zwei neue Feuerstellungen für Flugzeugabwehr-Raketen FLA geplant waren, offenbar waren es auch im Süden zwei. Neben dem Objekt bei Lampertswalde gab es auch einen begonnenen Neubau westlich von Pulsnitz. Dieser ist zwar ansich bekannt geworden, aber nicht als Raketenobjekt identifiziert worden.

1988/89 begannen Bautruppen der NVA auf dem 'Eierberg' bei Pulsnitz mit der Abholzung der Bergkuppe und der Verlegung von Stromkabeln. Auf dem Berg gab es einen alten Park, deren Gehölze unter Naturschutz standen. Auch er fiel der Abholzung zum Opfer.

In der Bevölkerung sprach sich herum daß der Bau von Wohnhäusern bzw. Kasernen am Stadtrand geplant war und evtl. die Staatsstraße nach Radeberg gesperrt werden würde. Wahrscheinlich der politischen Entwicklung geschuldet kam es zu Protesten der Bevölkerung. In einer öffentlichen Einwohnerversammlung verteidigten u.a. Offiziere der NVA die Notwendigkeit dieses Objektes, ohne konkret zu sagen was eigentlich gebaut werden sollte. Ende 1989 wurden alle Baumaßnahmen eingestellt und es erfolgte, wenn auch sehr zögerlich, die Wiederaufforstung.

Aufgrund einer diesbezüglichen Anfrage des Pulsnitzer Heimatverein e.V. über den Grund der begonnenen Bauarbeiten - es war 2022 immer noch nur allgemein etwas über Funkobjekt bekannt - habe ich mich mit den TK50 des MfNV für diese Stelle befasst. Interessanterweise gibt es dort einen handschriftlichen Eintrag » Feuerstellung FRA · Antrag LSK/LV 04.10.83 C 546 095

D-SAT-2 bestätigt die dafür geschaffene Objekt-Struktur.

Bemerkenswert finde ich das Datum der Antragstellung. Bei Lampertswalde ist auch solch ein Eintrag vorhanden, der liegt im Dez. 83. Das ist mE ein ziemlicher Zeitvorlauf, entspricht aber den Angaben und vorgefundenen Realitäten anderer Einträge. Der Flächenbedarf liegt bei 20 ha - laut Jens sind es bei Lampertswalde 21 ha.

Diese Objekte gehörten zum Fla-Raketenregiment FRR-31, der Neubau bei Pulsnitz war höchstwahrscheinlich als Ersatz für die FRA 314 Großröhrsdorf, das bei Lampertswalde als Ersatz für die FRA 313 Kroppen gedacht. Über die Art des zu installierenden Raketen-Systems gibt es nur Spekulationen.

 

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Bemerkenswert finde ich das Datum der Antragstellung. Bei Lampertswalde ist auch solch ein Eintrag vorhanden, der liegt im Dez. 83. Das ist mE ein ziemlicher Zeitvorlauf, entspricht aber den Angaben und vorgefundenen Realitäten anderer Einträge.
Ich kann mich nicht erinnern das für die Ersatzneubauten im Norden ähnlich frühe Zeitdaten bekannt wurden.

Da genanntes FRR so weit "hinten" lag stellt sich die Frage ob das zum Ende der DDR überhaupt noch existierte?
 
Für den Neubau des Objektes in Krudopp / Crivitz gibt es auch in den TK handschriftliche Einträge, die stammen aus 1983/84. Ich schaue mir das genauer an und melde mich dazu später.

Ob das FRR-31 zu 10/1990 noch existierte entzieht sich schlicht meiner Kenntnis. Du weißt, dazu gibt es unterschiedliche Interpretationen,
 
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Für den Neubau des Objektes in Krudopp / Crivitz gibt es auch in den TK handschriftliche Einträge, die stammen aus 1983/84.
Auch beim Neubau der Feuerstellung in den Ruhner Bergen gab es Abstimmungsprobleme, es gibt dazu in den TK handschriftliche Einträge, die stammen aus 12/1983 bis 9/1985. Hier musste sich mit GSSD und MdI geeinigt werden.

Für den Bau des Objektes in Krudopp / Crivitz wurde die von LSK/LV beantragte Liegenschaft abgelehnt, es musste ein Ersatz-Objekt gefunden werden.

Fazit » bei zwei Neubauten im Norden waren Abstimmungen nötig. Zeitlichen Vorlauf hatten sie alle vier denselben.
 
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