Bila Zerkva (Bila Zerkwa), Flugplatz

Bei dieser aus dem Jahr 1985 stammenden Karte wurde das Depot auf halben Wege als леснич. (Forsthaus o. ä.) markiert und die drei Gebäude klar und deutlich eingezeichnet. Kurz vor dem Abzweig zu diesem Depot von der Hauptstraße im Wald ist ein Gebäude zu erahnen, vielleicht war das so eine Art von Wache um den Verkehr zu sperren.
Von der Betonstraße zur RTB ist in der Karte nichts zu sehen. In Realität ist die vorhanden.
Die RTB selbst wird als сар. also wohl Schuppen bezeichnet. Zumindest zwei der drei dort dargestellten Gebäude scheinen einigermaßen der Realität zu entsprechen.
Das Gleis in untenstehender Karte das in den Wald hineinführt habe ich dort mit einer Art von Verladebahnhof militärische Zwecken zugeordnet.

Подробная карта мира.jpg
 
Infrastruktur am Rand des Flugplatzes. Die Einordnung des Objektes überlasse ich dem Kollegen Büttner:
Anhang anzeigen 115378 Anhang anzeigen 115379

Diese Gebäude haben mit der Bewaffnung der Tu-16 zu tun.

Ein paar Informationen zu diesem spannenden Areal. Hier wurden die Luft-Boden-Raketen gelagert und für den Einsatz vorbereitet. Wie diese Objekte bei den sowjetischen Fliegerkräften genannt wurden weiß ich nicht. Ich schwanke zwischen PPPR und RTB. PPPR ist das was bei der NVA die technische Dienstzone war. RTB meint hier eine Raketen-Technische Basis bietet aber Verwechslungspotential zur anderen RTB, dem Sonderwaffenlager. Die RTB von Bila Zerkwa scheint über einen Basalt-Bunker in dern langen Variante verfügt zu haben.
Derartige PPPR-RTB gab es mit einigen Ausnahmen auf allen sowjetischen Fernfliegerbasen (Fernfliegerkräfte und teilweise Marineflieger), die Gebäude waren faktisch identisch. Strategische Fernflieger erhielten andere, deutlich größere Gebäude. Auch die Anordnung war mehr oder weniger gleich da hier ein technologischer Bereitstellungsprozess der Flugkörper zugrund lag. Hier wurden alle Arten von Flugkörpern für Tu-16K, Tu-22K und Tu-22M behandelt. Die drei funktionell wichtigen Gebäude sind das durchfahrbare Montage-, Kontroll- und Prüfgebäude mit seitlichen Büro- und Werkstatttrakt, das durchfahrbare Lagergebäude und das deutliche kleinere Gefechtskopfmontagegebäude mit vier Arbeitsplätzen.
Solche Gebäude wurden auch für andere Zwecke in der gesamten Sowjetunion errichtet.

Luftaufnahme vom Flugplatz Belaja Zerkow aus dem Jahr 1966.

Anhang anzeigen 115380

Quelle: U.S. Geological Survey

Das durchfahrbare Montage-, Kontroll- und Prüfgebäude mit seitlichen Büro- und Werkstatttrakt ist auf dem Foto als fertiggestellt erkennbar. Das durchfahrbare Lagergebäude sieht als im Bau befindlich aus. Das Gefechtskopfmontagegebäude ist vermutlich gerade im Bau.

Was in Bila Zerkwa fehlt das sind die Lagerbunker die anderen Standorten später - wann auch immer - hinzugefügt wurden. So blieb es hier ein ungeschütztes Depot mit unveränderter Kapazität. Auch gibt es hier keinen Lagerbunker für den flüssigen Raketentreibstoff. Ungünstig ist zudem die Lage dieser PPPR-RTB im Süden vom Flugplatz da die RTB (Sonderwaffenlager) nördlich vom Flugplatz liegt und die nuklearen Gefechtsköpfe erstmal über den Hauptringrollweg kutschiert werden müssen. Ungünstig war vermutlich auch die Tatsache das diese Transporte eine überregionale Straße kreuzen mussten.
Die Betankungseinrichtungen (flüssiger Treibstoff) befanden sich sehr wahrscheinlich auf der alten Ost-West-SLB unmittelbar nördlich dieser Gebäude.
Die PPPR-RTB wurde zwischen 2012 und 2016 schrittweise in Teilen in privat-gewerbliche Nutzung überführt, die östliche Halle erst so 2020/2021 so das sich diese 2016 noch im unveränderten aber beschädigten Zustand dokumentieren ließ. Die schwarz-gelben Warnmarkierungen sind ein überdeutlicher Hinweis auf das Thema Nuklearbewaffnung.

IMG_0990.jpgIMG_0999.jpgIMG_1036.jpgIMG_1090.jpg
 
Die RTB (Sonderwaffenlager) im nördlichen Bereich des Flugplatzes wurde frühestens 1967 erreicht.
Die RTB befindet sich nicht im nördlichen Bereich des Fluplatzes sonder nordwestlich, also außerhalb, des Flugplatzes. Lass uns bitte korrekt bleiben.
Die Angabe zur Jahreszahl passt ganz gut da die Basalt-Bunker auch in der DDR zu diesem Zeitpunkt gebaut wurden bzw. in Betrieb gingen.

Die beiden Bilder zeigen das Gefechtskopfmontagegebäude für die Luft-Boden-Raketen. Ein Tor wurde vermauert und davor eine Arbeitsgrube angelegt sowie die Tore frisch angespritzt.
Die Bewachung ist nach wie vor erstklassig ;-)

IMG_5903.jpgIMG_5919.jpg
 
Noch ein Foto aus dem Jahr 2008, damals war ich das erste Mal in Bila Zerkwa. Die Flugbetriebsflächen waren unzugänglich weil damals dort die Parade zur Unabhängigkeit der Ukraine in Kyjiw vorbereitet wurde.
Die Buchstaben verweisen auf die Militärpolizei. Das "Türmchen" wird eine entsprechende Funktion gehabt haben.

IMG_0610.jpg
 
Luftaufnahme vom Mai 1968. So wie es aussieht, ist die RTB noch nicht komplett fertiggestellt.

Sonderwaffenlager, RTB Flugplatz Belaja Zerkow 1968.jpg

Quelle: U.S. Geological Survey.
 
Folgend ein interessanter Text zum Werk, aus dem Buch Dalnjaja Awiazija - moja sudba:

148. ARZ, Belaja Zerkow.

Beherrschung der Reparatur des Flugzeugs Tu-95MS und des Flugzeugtriebwerks NK-25
Werksleiter Oberst O.I. Maksimenko, Chefingenieur des Werks A.I. Omeltschak. Oberstleutnant

Gemäß dem Beschluss des MAP-WWS vom 21. Januar 1988 wurde mit der Arbeit an der Beherrschung der Reparatur des komplexen Luftfahrtkomplexes des Flugzeugs Tu-95MS und des Flugzeugtriebwerks NK-25 begonnen. Die Zahl der Arbeiter und Angestellten des Werks betrug in diesem Zeitraum 3.457 Personen sowie 56 Militärangehörige. Die Produktionsbereiche des Werks wurden neu verteilt und Werkstätten zur Reparatur und Modernisierung der Flugzeuge Tu-16 und Tu-95K zusammengelegt.
Das erste Flugzeug vom Typ Tu-95MS wurde im November 1989 von der Besatzung des Leiters des Flugerprobungsdienstes, Testpilot Oberstleutnant A.E., repariert und getestet. Talalaika. Im Jahr 1990 reparierte das Werk fünf Flugzeuge vom Typ Tu-95MC.
Besondere Erwähnung verdient die Ausbildung der Produktion und des Personals zur Beherrschung der Reparatur von NK-25-Flugzeugmotoren in diesem Werk.
Während der Zeit der Beherrschung der Reparatur von NK-25-Flugzeugmotoren verfügte das Werk über keine stationäre Motorprüfstation für diesen Motor. Der Bau des Gebäudes befand sich erst in der Planungsphase. Angesichts des dringenden Bedarfs der Kampfeinheiten an diesen Flugzeugtriebwerken wurde eine einmalige Entscheidung getroffen: das Kampfflugzeug Tu-22M3 als Prüfstand für die reparierten NK-25-Triebwerke zu verwenden.
Nach der Landung auf dem Flugplatz (Belaya Tserkov) wird das Flugzeug gemeinsam mit Spezialisten des Motoro-Stroitel-Werks (Samara) zu einem Testflugzeug umgebaut. In kurzer Zeit entstand eine spezielle Gasplattform, auf der der Flugzeugstandplatz installiert wurde.
In diesem Zusammenhang ist die Flugbesatzung des 185. Garde-Fliegerregiments (Poltawa) besonders hervorzuheben, die das Kampfflugzeug Tu-22M3 erfolgreich auf dem Flugplatz in Belaja Zerkow landete. Zuvor und auch später durfte dieser Flugzeugtyp aufgrund der sehr kurzen Landebahn und anderer Einschränkungen nicht auf diesem Flugplatz landen (die südliche Richtung der Landebahn wurde durch den Fluss Ros begrenzt, die nördliche Richtung der Landebahn wurde durch die Autobahn Kiew-Odessa begrenzt). Die Flugkontrollgruppe des 185. Regiments sorgte für die präzise Landung der Maschine auf dem Flugplatz.
Im Januar 1990 wurde das erste NK-25-Flugzeugtriebwerk aus der Reparatur entlassen und auf einem Prüfstand getestet. Bis zum Jahresende wurden weitere 16 Motoren aus der Reparatur freigegeben. Es sei darauf hingewiesen, dass die im 148. Flugzeugreparaturwerk reparierten NK-25-Flugzeugmotoren eine hohe Zuverlässigkeit aufwiesen und es zu keinen reparaturbedingten Motorausfällen kam.
Für die vorbildliche Erfüllung der übertragenen Aufgaben bei der Beherrschung der Reparatur neuer Luftfahrtausrüstung wurde dem Werksleiter, Oberst O.I. Maksimenko sowie eine Reihe von Arbeitern und Angestellten des Werks wurden mit Orden und Medaillen ausgezeichnet.


ask1029.jpg
 
Hallo!

Ich bitte um Entschuldigung für eventuelle Fehler, da ich Google Translate benutze. Als Einwohner von Bila Zerkwa und Mitglied eines militärhistorischen Forschungsteams interessiere ich mich für die Geschichte von Flugplätzen – genauer gesagt, für drei.

Den Hauptflugplatz Bila Zerkwa (Gaek), manchmal auch Fursy genannt, den Einsatzflugplatz Gorodishche (Bila Zerkwa West) und den Einsatzflugplatz Dobrolezhevka (Bila Zerkwa Süd). Sie bildeten ein Dreieck mit einem Abstand von 7 Kilometern. Die Einsatzflugplätze waren unbefestigt, verfügten aber über Infrastruktur, Treibstofflager und Bombenschächte. Eine kurze Geschichte des Flugplatzes Belaya Zerkov. Der Flugplatz wurde 1927 zusammen mit einer kleinen Flugzeugfabrik gegründet, obwohl einige Quellen behaupten, er habe dort bereits 1916 existiert. Der Bau eines Militärlagers und der wichtigsten Infrastruktur, darunter Rollwege aus Beton, Gleise, Hangars und ein Kontrollturm, begann um 1934–36. Um 1940 begannen die Vorbereitungen für den Bau zweier Start- und Landebahnen aus Beton. Die Arbeiten wurden am 22. Juni 1941 eingestellt, wobei die erste Start- und Landebahn noch eingeebnet und mit Baumaterialien versorgt wurde. Die zweite Start- und Landebahn war zu etwa 75 % fertiggestellt (und wurde später von der Luftwaffe vollendet). Am 12. Juli 1941 verließen Flugzeuge der Roten Armee den Flugplatz, und Einheiten der Luftwaffe besetzten ihn um den 20. Juli. Im August 1941 wurde der Flugplatz von sowjetischen Luftangriffen getroffen, wobei sowohl der große als auch der kleine Hangar beschädigt und zerstört wurden. Um den 30. Oktober 1943 gaben die Einheiten der Luftwaffe den Flugplatz auf, und im März 1944 nahmen die sowjetischen Luftstreitkräfte dort den Betrieb wieder auf. Die Hangars waren fast vollständig zerstört, die Betonpiste blieb jedoch intakt. Im Sommer 1944 verursachte unsachgemäßer Umgang mit Waffen einen Brand im Flugplatzarsenal, in dem ausrangierte Bomben der Luftwaffe gelagert waren. Das Feuer konnte nicht gelöscht werden, und die Lagerhallen explodierten. (Heute befinden sich dort riesige Krater; das Arsenal lag an der Straße zu einem ehemaligen Atomwaffenlager.) Vom Herbst 1944 bis 1946 waren auf dem Flugplatz Kampfausbildungsregimenter stationiert, die mit experimentellen Er-2-Dieselbombern flogen. Für sie wurde die Start- und Landebahn verlängert.

1946 wurde auf dem Gelände des Flugzeugwerks die 219. Flugzeugreparaturbasis eingerichtet. Aufgrund der Einstellung des Er-2-Bomberprogramms wurden zunächst alle vorhandenen Flugzeuge der aufgelösten Regimenter zum Flugplatz gebracht und verschrottet. Gleichzeitig wurden im Rahmen des Leih- und Pachtgesetzes gelieferte amerikanische und britische Flugzeuge (B-25 Mitchell, P-39 Airacobra, P-40 Kithawk, P-47 Thunderbolt, Spitfire, Hurricane usw.) aus allen Teilen der Sowjetunion zum inzwischen stillgelegten Flugzeugreparatur- und Verschrottungsstützpunkt gebracht.
Um 1950 begann der Wiederaufbau des Flugplatzes, der dadurch sein heutiges Aussehen erhielt. 1959 wurde das 251. Schwere Bomberregiment, das Tu-4-Flugzeuge flog, von Boryspil zum Flugplatz Bila Zerkwa verlegt. Parallel dazu wurden auf dem 219. Reparaturstützpunkt Modernisierungen und routinemäßige Instandsetzungen der gesamten Tupolew-Kampfflugzeugfamilie durchgeführt. Auch die teilweise Verschrottung der Tu-4 fand dort statt.

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurde der Flugplatz erneut in ein Flugzeuglager und Verschrottungsgelände umgewandelt, vorwiegend für die Tu-16 251-TBAP. Später wurden dort auch Tu-22 (mit festen Tragflächen) verschiedener Regimenter zur Verschrottung eingeliefert, ebenso wie Su-15 und Su-24.
 
Hallo!

Ich bitte um Entschuldigung für eventuelle Fehler, da ich Google Translate benutze. Als Einwohner von Bila Zerkwa und Mitglied eines militärhistorischen Forschungsteams interessiere ich mich für die Geschichte von Flugplätzen – genauer gesagt, für drei.
Herzlich Willkommen bei uns im Forum!

Wenn du möchtest, du darfst gerne etwas mehr zum erwähnten Forschungsteam erläutern. Ich bin sehr interessiert. Auch an der Geschichte dieses Flugplatzes!
Danke für deine Erläuterungen und Präzisierungen zur Geschichte des Flugplatzes.

In den letzten Jahren habe ich ein hohes Interesse an der Historie des Flugplatzes aus der Zeit vor 1945 festgestellt.
 
Herzlich Willkommen bei uns im Forum!

Wenn du möchtest, du darfst gerne etwas mehr zum erwähnten Forschungsteam erläutern. Ich bin sehr interessiert. Auch an der Geschichte dieses Flugplatzes!
Danke für deine Erläuterungen und Präzisierungen zur Geschichte des Flugplatzes.

In den letzten Jahren habe ich ein hohes Interesse an der Historie des Flugplatzes aus der Zeit vor 1945 festgestellt.
Hallo! Vielen Dank!
Kurz gesagt, wir sind ein Such- und Rettungsteam, das im Bezirk Bila Zerkwa, genauer gesagt im südlichen Teil der Region Kiew, nach gefallenen Soldaten des Zweiten Weltkriegs sucht. Unser Team wurde im Jahr 2000 gegründet und trägt den Namen „Poshuk“ (Suche). Ich bin seit 2009, sozusagen seit meiner Schulzeit, dabei.
Meine Freunde und ich interessieren uns auch für die Suche nach abgeschossenen Flugzeugen. Rund um den Flugplatz Bila Zerkwa haben wir neun Absturzstellen sowjetischer Flugzeuge gefunden, drei davon mit ihren Besatzungen. Die Ereignisse des Jahres 2022 haben unsere Arbeit jedoch vorerst teilweise unterbrochen.
Im Jahr 2023 konnten wir jedoch acht Leitwerksteile von Hurricane-Jagdflugzeugen bergen und dem Staatlichen Luftfahrtmuseum „O.K. Antonov“ in Kiew übergeben.
Hier ist ein kurzes Video dazu:
Ich bin dort in einer grünen Jacke und mit Schutzbrille zu sehen.


Ich habe einige Fotos aus der Zeit vor 1945 auf eBay gefunden. Wenn ich sie veröffentlichen darf, teile ich sie gerne.

Falls jemand Interesse hat, kann ich die Standorte der ehemaligen Bombenarsenale aus dem Zweiten Weltkrieg auf einer Karte markieren, darunter auch das 1944 durch einen Brand zerstörte.

Außerdem den Bahnhof, an dem Spezialmunition angeliefert und zu den Ausrüstungsteilen transportiert wurde.
 
Ich sehe gerade, wir haben einen gemeinsamen Bekannten ... im Video ist Walerii Romanenko zu sehen. Er hat mir damals Informationen zu diesem Fund zur Verfügung gestellt. Die Entdeckung war so spektakulär gewesen das ich einen Artikel dazu geschrieben hatte. Bedauerlicherweise konnte dieser Artikel nicht mehr veröffentlicht werden. Die Zeitschrift "Flieger Revue" gibt es nicht mehr, der Verlag ging Pleite. Ich hatte damals allerdings nicht verstanden das sich dieser Fundort in der Nähe von Bila Zerkwa befand.
Wenn Du Walerii siehst oder sprichst, du darfst ihm gerne auf diesem Wege einen Gruß ausrichten.
Gerne möchte ich dahingehend deine und eure Aktivitäten verfolgen.

Die Verladestelle (Bahnhof) für die Anlieferung der nuklearen Gefechtsköpfe und Bomben befand sich vemutlich hier 49°49'40.79"N 30° 2'25.87"E ?

Auch wenn hier kein aviatischer Bezug besteht: 49°49'18.66"N 30° 3'16.81"E
Wir haben uns das bei einer unser letzten Reise durch die Ukraine angeschaut und uns gefragt was das gewesen war?

Etwas anderes, auf dem Gebiet des ARS gibt es ein sehr großen Probelaufstand für Triebwerke. Es ist entweder eine Ruine oder ein Rohbau der nicht fertiggestellt wurde. War dieser Prüfstand für die Triebwerke NK-25 vorgesehen?
 
Ich sehe gerade, wir haben einen gemeinsamen Bekannten ... im Video ist Walerii Romanenko zu sehen. Er hat mir damals Informationen zu diesem Fund zur Verfügung gestellt. Die Entdeckung war so spektakulär gewesen das ich einen Artikel dazu geschrieben hatte. Bedauerlicherweise konnte dieser Artikel nicht mehr veröffentlicht werden. Die Zeitschrift "Flieger Revue" gibt es nicht mehr, der Verlag ging Pleite. Ich hatte damals allerdings nicht verstanden das sich dieser Fundort in der Nähe von Bila Zerkwa befand.
Wenn Du Walerii siehst oder sprichst, du darfst ihm gerne auf diesem Wege einen Gruß ausrichten.
Gerne möchte ich dahingehend deine und eure Aktivitäten verfolgen.

Die Verladestelle (Bahnhof) für die Anlieferung der nuklearen Gefechtsköpfe und Bomben befand sich vemutlich hier 49°49'40.79"N 30° 2'25.87"E ?

Auch wenn hier kein aviatischer Bezug besteht: 49°49'18.66"N 30° 3'16.81"E
Wir haben uns das bei einer unser letzten Reise durch die Ukraine angeschaut und uns gefragt was das gewesen war?

Etwas anderes, auf dem Gebiet des ARS gibt es ein sehr großen Probelaufstand für Triebwerke. Es ist entweder eine Ruine oder ein Rohbau der nicht fertiggestellt wurde. War dieser Prüfstand für die Triebwerke NK-25 vorgesehen?
Wow! So ist das also? Wie klein die Welt doch ist!

Wir richten Valery deine Grüße aus!

Schade, dass der Artikel nie veröffentlicht wurde. Ich hätte nie gedacht, dass die Entdeckung der Hurricane-Wrackteile so viel Interesse wecken würde. Ich selbst habe sie Ende August 2014 gefunden, bin aber erst 2023 dazu gekommen, sie zu untersuchen. Ich habe sogar noch Fotos von diesem Tag in meinem Archiv.

Sie wurden auf dem Gelände des Flugplatzes Belaya Tserkov, in sogenannten Flugzeugschrottlagern, gefunden. Es gibt zwei benachbarte Lager, also werden hoffentlich noch weitere interessante Funde gemacht.

„Vermutlich befand sich der Verladepunkt (Bahnhof) für die Lieferung von Atomsprengköpfen und -bomben hier: 49°49'40.79"N 30°2'25.87"E?“

Nein, das ist die ehemalige Entladestation des 1944 zerstörten Arsenals. Nach dem Krieg wurde sie als Sackgasse und Bitumenlager wiederaufgebaut.

„Obwohl es hier keinen Bezug zur Luftfahrt gibt: 49°49'18.66"N 30°3'16.81"E

Wir haben das bei einer unserer letzten Reisen in die Ukraine gesehen und uns gefragt, was es ist.“

Dies ist eine alte Pflanzenzuchtstation, die Ende des 19. Jahrhunderts von den Grafen Branicki erbaut wurde. Während des Zweiten Weltkriegs waren dort Flak-Schützen der Luftwaffe untergebracht; hinter der Station, auf einem Feld nahe dem Wald, stand eine 8,8-cm-Flakbatterie.

„Übrigens gibt es im ARS-Bereich einen sehr großen Motorenprüfstand. Er ist entweder eine Ruine oder ein unfertiges Bauwerk. War dieser Prüfstand für NK-25-Motoren gedacht?“

Genauer gesagt, befinden sich dort zwei Prüfstände: einer für zwei Strahltriebwerke und einer für zwei Turboprop-Triebwerke. Sie sind mittlerweile demontiert und außer Betrieb. Ich weiß nichts über die NK-25, aber die NK-22 wurde dort getestet.
Das Werk wartete und modernisierte die Tu-4, Tu-16, Tu-22, Tu-95 (alle Modifikationen) und Tu-126 (Flugradar).
 
Ich habe die Standorte der Objekte auf einem Foto von 1982 markiert.

Der Screenshot stammt von dieser Website. Ein Freund stellte Aufnahmen aus dem Jahr 1966 für diese Website zur Verfügung. https://oldmaps.com.ua/bilatserkva/?leftmap=180582&double=1#15/49.8335/30.0275

1. Grün: Bahnhof zum Entladen von Sondergütern. Auf dem Gelände befanden sich eine Kaserne und ein Hauptquartier, die jedoch nicht mehr existieren. Erhalten geblieben sind ein Betonbahnsteig, ein Bahndamm, ein Teil des Sicherheitsbereichs, ein Bunker und ein Schießstand.

2. Dunkelblau: Zufahrtsgleise zum Bahnhof und die Sackgasse mit dem Bitumenlager.

3. Rot: Hochwertige Betonstraße, die vom Bahnhof zum Entladen von Sondergütern zum Lager (grün 7) und zum Flugfeld führt.

4. Gelb: Munitionsdepot für Bomben und Raketen, Teil der Vorkriegslager, nach den Explosionen von 1944 wiederhergestellt. Heute befindet sich dort ein Betonwerk; Privatgrundstück unter Bewachung.

5. Gelb: Das zweite Bombenarsenal der Luftstreitkräfte der Roten Armee aus der Vorkriegszeit blieb 1944 unbeschädigt und war bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion in Betrieb. Reste der Umfassungsmauer und eine schöne, perfekt erhaltene Kopfsteinpflasterstraße sind erhalten.

6. Blau: Kaserne und Hauptquartier der Arsenal-Sicherheitskompanie, heute Ruinen.

7. Grün: Lager für Spezialausrüstung und eine Anlage zum Beladen von Marschflugkörpern, heute Privatgrundstück; bis 2021 beherbergte es Lager für kohlensäurehaltige Getränke.

8. Dunkelrot: Gelände sowjetischer und deutscher Bomben- und Waffenarsenale, 1944 zerstört. Die Minenräumung dauerte bis 2022; Blindgänger sind häufig zu finden.
 

Anhänge

  • карта.jpg
    карта.jpg
    873,5 KB · Aufrufe: 16
Hallo!

Ich bitte um Entschuldigung für eventuelle Fehler, da ich Google Translate benutze. Als Einwohner von Bila Zerkwa und Mitglied eines militärhistorischen Forschungsteams interessiere ich mich für die Geschichte von Flugplätzen ...

Herzlich Willkommen auch von mir.
Ich habe heute viele Dinge zum Flugplatz von dir gelernt, deine Beiträge sind sehr informativ. Danke dafür!

Noch ein Bild aus 9/2021, der Kollege Büttner bei Kommunikationsversuchen vor dem Pflanzenzucht-Institut:
DSC_3686.JPG.
 
Ich habe die Standorte der Objekte auf einem Foto von 1982 markiert.

Der Screenshot stammt von dieser Website. Ein Freund stellte Aufnahmen aus dem Jahr 1966 für diese Website zur Verfügung. https://oldmaps.com.ua/bilatserkva/?leftmap=180582&double=1#15/49.8335/30.0275

1. Grün: Bahnhof zum Entladen von Sondergütern. Auf dem Gelände befanden sich eine Kaserne und ein Hauptquartier, die jedoch nicht mehr existieren. Erhalten geblieben sind ein Betonbahnsteig, ein Bahndamm, ein Teil des Sicherheitsbereichs, ein Bunker und ein Schießstand.

2. Dunkelblau: Zufahrtsgleise zum Bahnhof und die Sackgasse mit dem Bitumenlager.

3. Rot: Hochwertige Betonstraße, die vom Bahnhof zum Entladen von Sondergütern zum Lager (grün 7) und zum Flugfeld führt.

4. Gelb: Munitionsdepot für Bomben und Raketen, Teil der Vorkriegslager, nach den Explosionen von 1944 wiederhergestellt. Heute befindet sich dort ein Betonwerk; Privatgrundstück unter Bewachung.

5. Gelb: Das zweite Bombenarsenal der Luftstreitkräfte der Roten Armee aus der Vorkriegszeit blieb 1944 unbeschädigt und war bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion in Betrieb. Reste der Umfassungsmauer und eine schöne, perfekt erhaltene Kopfsteinpflasterstraße sind erhalten.

6. Blau: Kaserne und Hauptquartier der Arsenal-Sicherheitskompanie, heute Ruinen.

7. Grün: Lager für Spezialausrüstung und eine Anlage zum Beladen von Marschflugkörpern, heute Privatgrundstück; bis 2021 beherbergte es Lager für kohlensäurehaltige Getränke.

8. Dunkelrot: Gelände sowjetischer und deutscher Bomben- und Waffenarsenale, 1944 zerstört. Die Minenräumung dauerte bis 2022; Blindgänger sind häufig zu finden.

Ein paar meiner alten Fotos aus dieser Gegend.

Foto 1: Die Ausfahrt von der Hauptstraße zum zweiten Bombenarsenal, das 1944 noch existierte. Die Skizze zeigt 5. Gelb.

Foto 2: Deutscher Stacheldraht aus dem Ersten Weltkrieg an den Überresten des Arsenalzauns.

Foto 3: Betonstraße für den Transport von Spezialausrüstung, aufgenommen in Richtung Bahnhof.
 

Anhänge

  • Фото0013.jpg
    Фото0013.jpg
    888,4 KB · Aufrufe: 12
  • uo-pv2zVI3w.jpg
    uo-pv2zVI3w.jpg
    949 KB · Aufrufe: 12
  • DSCN1598.jpg
    DSCN1598.jpg
    909,8 KB · Aufrufe: 12
Luftaufnahme vom Flugplatz Belaja Zerkow aus dem Jahr 1981. Außer den zahlreichen Tu-16 vom dort beheimateten 251. Garde TBAP kann man auf dem Territorium der Flugzeugreparaturbasis Tu-16, Tu-22 und Tu-95 erkennen.

Flugplatz Belaja Zerkow 1981.jpg

Quelle: U.S. Geological Survey
 
Ich habe die Standorte der Objekte auf einem Foto von 1982 markiert.

Der Screenshot stammt von dieser Website. Ein Freund stellte Aufnahmen aus dem Jahr 1966 für diese Website zur Verfügung. https://oldmaps.com.ua/bilatserkva/?leftmap=180582&double=1#15/49.8335/30.0275

7. Grün: Lager für Spezialausrüstung und eine Anlage zum Beladen von Marschflugkörpern, heute Privatgrundstück; bis 2021 beherbergte es Lager für kohlensäurehaltige Getränke.

Diese Angaben möchte ich mit Blick auf den Flugplatz präzisieren:
(im betreffenden - zuvor erwähnten - RTB-Objekt wurden ausschließlich die nuklearen Gefechtsköpfe der Marschflugkörper bzw. Luft-Boden-Raketen gelagert).
Die Marschflugkörper selbst befanden sich auf dem Flugplatz, im Bereich der alten Start- und Landebahn, am östlichen Ende.

1. Gebäude für die Lagerung von Marschflugkörpern

2. Gebäude für Montage/Demontage, Wartung und Prüfung von Marschflugkörpern, Büros und Werkstätten im Anbau

3. Betankungsaggregate (flüssiger Raketentreibstoff, wo dieser gelagert wurde weiß ich nicht)

4. Gebäude für die Montage der nuklearen Gefechtsköpfe in den Marschflugkörpern

Zwischen Nummer 3 und 4 gibt es noch ein sehr typisches Gebäude mit Kontroll- und Überwachungsfunktion:

oldmaps.com.ua.jpg

Bildquelle oldmaps.com.ua
 
Oben