Atomwaffenlager der GSSD

Das war kein Einzelfall, das Militärangehörige eines MotSchützenregiments oder ähnlichem den Außenbereich einer (P)RTB bewachten. Das diese der 12. Hauptverwaltung unterstanden ist zwar nicht undenkbar, aber mir nicht bekannt.
Laut GSSD: "Gliederung und der Stationierung der sowj. SK in D. im Jahre 1988" (Herausgegeben von Alter Fritz) war die 12. HV für die nuklearen Waffen verantwortlich.

Quelle: https://www.igzd.de/literatur.htm und https://www.relikte.com/_basis/docs/gssd-6.pdf

Ich weiß, die nächste ist jetzt nicht die beste Quelle per se, aber aus dem englischsprachigen Wiki folgendes Zitat:

https://en.wikipedia.org/wiki/12th_Chief_Directorate

The 12th Chief (or "Main") Directorate of the Ministry of Defense (12 GU MO) of the former Soviet Union and of the Russian Federation after 1991 (Russian: 12 Главное Управление Министерства Обороны СССР/РФ (Ядерно-техническое обеспечение и Безопасность) is a highly secretive department within the Russian Ministry of Defense. Since its creation in 1947, it is responsible for the safe-keeping, technical maintenance, transportation, delivery, issuance, disposal, etc. of the Russian nuclear weapons, and all nuclear weapons storage sites operated by nuclear capable units of the Strategic Rocket Forces, Ground Forces, Air Force and Navy, as well as the testing of nuclear charges, which includes ensuring ecological safety of such tests and the maintenance of former Soviet/Russian testing grounds.

Weiterhin folgendes Zitat aus folgender Quelle: https://www.heimatgalerie.de/index.php/gssd-wgs/land/163-frontbasis-lychen-73259.html

Die Verfügungsgewalt und die Zugriffssicherung über diese Lagermittel unterlag in erster Linie der UdSSR (wie ebenso in anderen Lagern der Bruderländer). Über die Sicherung der Lager und des Lagergutes wachten die Spezialkräfte der 12. Hauptverwaltung des Verteidigungsministeriums der UdSSR (12-е Главное управление МО СССР/ГУМО). Die immer noch weitverbreitete Auffassung der KGB wäre mit der Aufgabe der Lagerung und Sicherstellung der Lagergüter beauftragt gewesen, wird unter Zeitzeugen und Militärhistorikern einstimmig zurückgewiesen. Denn der KGB war mit der Aufgabe der Militärabwehr betraut, nicht aber mit der Lagerung und Sicherstellung der Lagergüter (GK). Des Weiteren wäre der KGB fachlich, organisatorisch und transportlogistisch überhaupt nicht in der Lage gewesen diese Aufgaben sicherzustellen. Das Personal der Militärabwehr hatte nicht einmal Zutritt zu diesen Sicherheitsbereichen der Lagerung. Es gab zwar bis Ende der 50er Jahre (vor der Gründung der 12. HV) im KGB die Ansicht, auch diese Aufgaben im Umfeld der Nuklearwaffenträger ballistischer Art wahrzunehmen, Gefechtsköpfe zu transportieren und Sonderausrüstungen zur Kontrolle und Auslösung der Nuklearreaktion zu verwalten. Mit Gründung der 12. HV wurden diese Aufgaben allerdings in die Hände der Militärs gelegt, und man konzentrierte sich fortan ausdrücklich auf die eigentliche Aufgabe, die Abwehr von Spionage und Sabotage.

Man könnte jetzt sicher noch die russischsprachigen Verlinkungen in z.B. dem Wiki Artikel für mehr Quellen durchforsten, ist mir aber im Moment zu müßig. Kurzum kann man jedoch mit einiger Sicherheit vermuten, dass die 12. HVA des VM der UDSSR hier federführend gewesen sein mag.
 
Natürlich war die 12. Hauptverwaltung für die nukleare Munition zuständig, so unter anderem für die Bewachung. Aber, wo begann das zuständige Gebiet der Verwaltung? Mit Zutritt zum Lagerbunker, nach dem 1. Zaun, am "Haupteingang" zur (P)RTB, 100 Meter davor... Der Hauptbestand des Personals waren Offiziere bzw länger dienende Militärangehörige, größtenteils qualifiziertes Personal. Auch da herrschte Personalmangel und so konnte man diese nicht für einen Wachdienst "verschwenden".
 
Natürlich war die 12. Hauptverwaltung für die nukleare Munition zuständig, so unter anderem für die Bewachung. Aber, wo begann das zuständige Gebiet der Verwaltung? Mit Zutritt zum Lagerbunker, nach dem 1. Zaun, am "Haupteingang" zur (P)RTB, 100 Meter davor... Der Hauptbestand des Personals waren Offiziere bzw länger dienende Militärangehörige, größtenteils qualifiziertes Personal. Auch da herrschte Personalmangel und so konnte man diese nicht für einen Wachdienst "verschwenden".
Dann habe ich Deine Aussage falsch verstanden. Mea Culpa! Was die PRTB in FRW angeht, so war, nach Aussagen der Ehemaligen das Verhältnis in der PRTB 50/50 Offz/Uffz. u. Mannschaften. Laut Oleg, ehemaliger Angehöriger der weiter oben benannten 8. MotSchützen-Kompanie, Sicherung des Außengeländes und Einfahrt/Tor. Innen nur Angehörige der 2. und 3. Batterie der PRTB für Sicherungsaufgaben. Wenn ich das also Richtig verstehe, war die 12. HVW für das gesamte SWL, den Nahbereich und die angefügte Schützenkompanie zuständig. Das würde auch bedeuten, das die Gebäude in der Hohenfriedbergkaserne in der die Teile der PRTB und der Schützenkompanie zwar nominell dem 16. GSMR unterstellt und untergebracht waren, eigentlich auch vom 12. HVW verwaltet wurden. Das ist natürlich nur eine Vermutung aufgrund der vorhandenen Informationen. Die Datenlage hierzu ist einfach zu gering um da eine verbindliche Aussage zu treffen. Auch hier bleibe ich am Ball in der Hoffnung noch mehr Einsichten zu bekommen.

Sorry noch einmal für meine Unfähigkeit Deine Nachricht korrekt zu interpretieren!
 
Wenn ich das also Richtig verstehe, war die 12. HVW für das gesamte SWL, den Nahbereich und die angefügte Schützenkompanie zuständig.
In der Vergangenheit wurde hier im Forum nuklearspezifisch bisher "nur" über die Orte der Lagerung, exakte Art des Lagergutes, wer sollte es einsetzen und vielleicht noch deren Stückzahlen diskutiert. Ich bin mir jetzt nicht so sicher aber solche Feinheiten wie von dir angesprochen sind vermutlich Neuland hier im Forum - deutschsprachig öffentlich sicherlich auch.

Blicken wir auf die NATO war das bspw. so gewesen das es deutsche Bewachungsmannschaften für amerikanische Sonderwaffenlager gab. Drinnen US, draußen D. Das ist mWn heute auch noch so.

Bisher habe ich die Bewachung der Sonderwaffenlager ausschließlich der 12. GUMO zugeordnet. Lediglich bzw. nur im Alarmfall hatte ich das so verstanden das normale aber speziell dafür trainierte Linieneinheiten für Aufgaben der Bewachung und Sicherung zuständig gewesen wären. Ich nehme also deine Ausführungen dazu mit Interesse zur Kenntnis.
 
Bisher habe ich die Bewachung der Sonderwaffenlager ausschließlich der 12. GUMO zugeordnet.
Ich habe ja nicht ohne Grund gefragt. Es fiel auf, dass die Diskussion schief geht.

Nach derzeitigem Kenntnisstand war für Betrieb und (die INNERE) Bewachung eines Sonderwaffenlagers die 12 HV GUMO zuständig. Anders gesagt: Die PRTB unterstanden NICHT der GSSD, sondern der 12. HV.

Die äußere Bewachung wurde noch nicht im deutschen Sprachraum diskutiert. In der frühen Phase wurde unbewiesen von einem hier nicht mehr anwesenden Mann das KGB ins Spiel gebracht. Da @Scoob80 da eine MotSchützeneinheit nennt, sind wir der Wahrheit aus meiner Sicht sehr nahe: Die äußere Bewachung wurde durch eine ortsansäßige, der Linie GSSD unterstellte, Wacheinheit realisiert.

Das ist auch allgemein ein Muster, was man oft antraf. Beispiel Wandlitz: Innen HA Personenschutz. Außen ein Kdo des Wachregiments Feliks Dzierzynski.
 
Ich habe ja nicht ohne Grund gefragt. Es fiel auf, dass die Diskussion schief geht.

Nach derzeitigem Kenntnisstand war für Betrieb und (die INNERE) Bewachung eines Sonderwaffenlagers die 12 HV GUMO zuständig. Anders gesagt: Die PRTB unterstanden NICHT der GSSD, sondern der 12. HV.

Die äußere Bewachung wurde noch nicht im deutschen Sprachraum diskutiert. In der frühen Phase wurde unbewiesen von einem hier nicht mehr anwesenden Mann das KGB ins Spiel gebracht. Da @Scoob80 da eine MotSchützeneinheit nennt, sind wir der Wahrheit aus meiner Sicht sehr nahe: Die äußere Bewachung wurde durch eine ortsansäßige, der Linie GSSD unterstellte, Wacheinheit realisiert.

Das ist auch allgemein ein Muster, was man oft antraf. Beispiel Wandlitz: Innen HA Personenschutz. Außen ein Kdo des Wachregiments Feliks Dzierzynski.

Funfact: Mein Vater hat im WR Felix D. gedient und Wandlitz bewacht, aber das nur am Rande.
 
Blicken wir auf die NATO war das bspw. so gewesen das es deutsche Bewachungsmannschaften für amerikanische Sonderwaffenlager gab. Drinnen US, draußen D. Das ist mWn heute auch noch so.

Am Rande des Themas: im Prinzip sehe ich das mit Drinnen/Draußen bezüglich Nato auch so. Es scheint allerdings "Grauzonen" gegeben zu haben.
Beispiel Muna Dünsen, Sonderwaffenlager der US-Armee:

"Im Regelbetrieb befanden sich gut 30 Soldaten der Bundeswehr sowie 3 Soldaten der US Army im Lager. Letztere saßen im SSCC an der Einlaßkontrolle. Drei Bundeswehr-Soldaten besetzten den Haupt-Wachturm, zwei weitere einen Nebenturm. Ein Mann saß im Eingangs-Kontrollposten (EKP). Im Wachgebäude befanden sich neben dem Wachhabenden und einem Melder die übrigen Soldaten in Bereitschaft. Davon waren drei Mann zum Security Alert Team (SAT) eingeteilt. Diese sollten im Alarmfall sofort ausrücken und für erste Maßnahmen zur Verfügung stehen. Die Bewachung fand im Rhythmus zwei Stunden Wache, vier Stunden Bereitschaft statt."

Quelle:

Blick vom Hauptwachturm auf die beiden SWL-Bunker, 2/2013:
Durchblick 2 13.JPG
 
Da @Scoob80 da eine MotSchützeneinheit nennt, sind wir der Wahrheit aus meiner Sicht sehr nahe: Die äußere Bewachung wurde durch eine ortsansäßige, der Linie GSSD unterstellte, Wacheinheit realisiert.

Das ist auch allgemein ein Muster, was man oft antraf.
Ich denke, dass dürfte unstrittig sein. Mein Beispiel: Lager Altenhain äußere Bewachung durch (mir aus diversen Mitteilungen bekannt) Mot.Schützeneinheiten u.a. aus Wurzen, WSF); Wache des Lager Wurzen ist leider noch nicht konkret genannt worden, mag sein von einer dortigen Truppe (selbe wie bei Altenhain), möglich aber auch von einer woanders stationierten Einheit.

PS: Sorry für meine längere (schreibende) Abstinenz hier, hatte viel anderweitig zu tun...
 
Zum Vergleich stelle ich auch mal ein paar Fotos etc. von Wurzen hier ein.
Zunächst mal ein Satellitenbild von 1965, das Lager befand sich ganz oben, im Norden der Garnison. Dazu auch der entsprechende Planausschnitt (1980er Jahre). Das dritte Bild zeigt die ehemals örtlichen Gegebenheiten unter der späteren Neuplanung/Umgestaltung (Verschüttung) des Geländes:
 

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Blick in das Lagergelände. Mittig die Verladerampe, rechts ein Eingang von 2 zum Lagerbunker: 3. Foto Eingangstor, 4. Foto Blick ins Innere:
 

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Dann der vermutliche Wartungsbunker, im südlichen Hang. Eingangstor, Innenblick und schematische Darstellung der Raumaufteilung:
 

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Was für tolle Fotos!

Denn da ist wieder dieser typische Aha-Moment bei der Erforschung historischer Bauten eingetreten:
Da blickt man auf ein Bild aus Wurzen und hat sofort ein visuelles Déjà-vu zu Bad Feienwalde.
Die charakteristischen, zusammengeschweißten (oder geschraubten) Doppel-T-Träger und die markanten Rundsäulen sind so spezifisch, dass man sie nicht als Zufall abtun kann. Es ist, als würde man in einem völlig anderen Buch exakt dieselbe Zeile lesen.
Selbst der Raum in der Ecke stimmt mit dem Lagerbunker Bad Freienwalde überein, nur das die Tür auf der anderen Seite angeordnet ist.

Die gesamte Unterzugkonstruktion scheint in Wurzen und Bad Freienwalde absolut identisch gewesen zu sein - als dritter im Bunde wäre das in Halle-Nietleben ebenso zu erwarten!

Danke euch für die Fotos.
 
Stefan, hast du von Bad Freienwalde Fotos vom Wartungsbunker? Ich habe von Wurzen nur eins, zwei. Da sieht man nicht alles (ich habe diese auch nicht selbst aufgenommen, nur erworben), heute alles zugeschüttet...
 
Die charakteristischen, zusammengeschweißten (oder geschraubten) Doppel-T-Träger und die markanten Rundsäulen

War kürzlich da, die sind sogar genietet.
Ich denke die waren früher mal eine Eisenbahnbrücke oder eine Kranbahn ?

51133104zg.jpg


Interessant, die Möglichkeit den Raum zu heizen / Temperieren
51133106yf.jpg


Im Neuen Lager bei Jüterbog gab es auch so einen Raum mit dieser Säulenbauart.
Leider habe ich dem damals wenig Beachtung geschenkt und nicht fotografiert.
 
Ich denke auch, dass die Träger und Pfeiler von einer Brücke oder dergleichen sind.
Man achte auf die Beschriftung an einigen Trägern.

AW der GSSD

Auf den beiden untersten Bildern im Link lese ich aufgeschweißt:
FRIEDENSHÜTTE ?? 38

Friedenshütte war der deutsche Name einer Ortschaft in Oberschlesien, wo es auch eine geichnamige "Eisenhütte" gab.
 
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